Mo., 26.01.2026 , 17:24 Uhr

Sachsens Wirtschaft unter Druck

IHK und HWK ziehen ernüchternde Bilanz beim Presselunch in Leipzig

Leipzig. Wie steht es um die Wirtschaft in Sachsen im Jahr 2026? Beim Presselunch der regionalen Wirtschaft in Leipzig haben Vertreter von Industrie- und Handelskammer sowie Handwerkskammer eine ernüchternde Zwischenbilanz gezogen – und klare Erwartungen an die Politik formuliert.

„Grundsätzlich geht es der Leipziger Wirtschaft, aber auch der Wirtschaft im gesamten Freistaat nicht besonders gut“, sagte Kristian Kirpal, Präsident der IHK Leipzig. Auch Matthias Forßbohm, Präsident der Handwerkskammer Leipzig, fand deutliche Worte: „Die Stimmung ist nicht schlechter als die Lage – und die Lage ist einfach schon schlecht genug.“

In einem Leipziger Restaurant trafen sich die Spitzen der Wirtschaftsverbände als Vorgeschmack auf den bevorstehenden Neujahrsempfang. Dabei wurde schnell klar: Sachsens Wirtschaft steht unter erheblichem Druck. Nach Angaben der IHK stagnieren Investitionen, Arbeitsplätze werden abgebaut. Kirpal verwies auf wachsenden Wettbewerbsdruck und strukturelle Probleme. Die Ursachen seien vielfältig – von schwächelnden Exporten und internationalen Handelskonflikten bis hin zu hausgemachten Herausforderungen wie Bürokratie und fehlenden Reformen.

„Die ganzen Themen Bürokratie, Staatsreformen, Personalabbau im Staat – das sind Kernthemen, die wir von der Politik gesetzt sehen müssen“, so Kirpal.

Für viele Unternehmen bedeute die aktuelle Situation vor allem Unsicherheit statt verlässlicher Perspektiven. Besonders spürbar sei das im Handwerk, erklärte Forßbohm. Zu viel Verwaltung und zu wenig Zeit für das eigentliche Arbeiten bremsten Betriebe aus und verteuerten Projekte. Entsprechend klar fallen die Forderungen aus: weniger Bürokratie, mehr Verlässlichkeit und konkrete Entlastungen.

„Wenn ein neues Gesetz verfasst wird, müssen mindestens zwei andere gestrichen werden. Wir brauchen auch Aufträge und eine Wirtschaftsförderung, die uns ins Machen kommen lässt“, sagte der HWK-Präsident. Kurz gesagt: Die Wirtschaft wolle gestalten – nicht verwalten.

Mit Spannung blicken die Verbände nun auf den morgigen Neujahrsempfang, bei dem auch Ministerpräsident Michael Kretschmer mit der regionalen Wirtschaft ins Gespräch kommen soll. Der Presselunch in Leipzig zeigte: Sachsens Wirtschaft steht unter Druck – ist aber bereit zum Aufbruch, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

„Wir müssen jetzt die Grundsteine legen, damit wir dann in den nächsten fünf bis zehn Jahren unsere Wirtschaft weiterentwickeln können“, so Kirpal. Morgen soll der Dialog zwischen Politik und Wirtschaft fortgesetzt werden – mit klaren Erwartungen auf beiden Seiten.