Chemnitz- Der berühmte Chemnitzer „Nischel“ bekommt seine große Vorsorgeuntersuchung. Seit über 50 Jahren blickt Karl-Marx über die Innenstadt – jetzt wird der 40 Tonnen schwere Bronze-Kopf erstmals genauer unter die Lupe genommen.
Eine kleine, aber besondere „Operation“ hat heute Tino Bochmann von der Professur für Mikrofertigungstechnik der TU Chemnitz durchgeführt und damit einen seltenen Blick ins Innere des Denkmals ermöglicht.
Nach mehr als einem halben Jahrhundert soll der Zustand des Wahrzeichens nun erstmals gründlich untersucht werden. Zwar ist die Standsicherheit weiterhin gewährleistet, doch was genau die Experten im Inneren erwartet, ist bislang völlig unklar. Deshalb ist es laut Simone Becht vom Kulturbetrieb der Stadt Chemnitz besonders wichtig, genau hinzuschauen.
Und auch wenn das Wetter heute eher ungemütlich war – für Tino Bochmann war es ein besonderes Erlebnis, einmal in den gewaltigen Bronze-Kopf hineinschauen zu dürfen.
Doch die heutige Untersuchung ist nur der Anfang. Schon im August steht dem „Nischel“ der nächste, deutlich größere Eingriff bevor. Laut Simone Becht soll die Materialprobe heute dabei verhindern, dass im August das Material der Bronzeplatten beschädigt wird.
Wie genau die Konstruktion aufgebaut ist, bleibt in Chemnitz zumindest zum Teil ein Rätsel. Erst die Entnahme einer Platte am Hinterkopf soll im August zeigen, was sich im Inneren des „Nischels“ verbirgt. Bis dahin wird weiter sorgfältig geplant und vorbereitet – damit beim großen Blick ins Innere am Ende auch wirklich nichts schiefgeht.