Chemnitz- Ein Katzenführerschein für ein Stück Kuchen? Im Katzencafé von Franziska Müller ist das kein Scherz, sondern ein neues Konzept mit klarer Mission: Kinder unter zwölf Jahren sollen lernen, wie man sich im Reich der Stubentiger richtig verhält – damit die Katzen entspannt bleiben und die Gäste nicht plötzlich im „Café ohne Katzen“ sitzen.
Damit der Besuch gelingt, wartet gleich am Eingang ein Einführungsbuch. Darin steht alles, was man wissen muss: von „Bitte nicht rennen“ bis „Katzen entscheiden selbst, wann sie dich toll finden“. Gäste sollen es vor dem Besuch unbedingt lesen – und viele merken dabei, dass es eigentlich gar nicht so schwer ist, ein guter Katzenmensch zu sein. Und trotzdem legt die Cafébesitzerin Wert auf diese Zusatzeignung. Franziska Müller beobachtet die kleinen Gäste während des Besuchs nun etwas genauer – nicht streng, mehr so im Sinne von: „Harmoniert das Team Kind-Katze oder braucht es einen kleinen Hinweis?“ Der Ton bleibt freundlich, die Botschaft klar: Rücksicht macht den Unterschied. Dabei sind viele Kinder gar nicht „laut“, sondern einfach neugierig. Und genau da kommt das Thema Vorbereitung ins Spiel.
Der Katzenführerschein funktioniert ohne Stress und ohne Prüfungsbogen. Die Kinder verbringen ganz normal Zeit im Café – und das Team schaut, ob sie die Regeln verinnerlicht haben. Eine Art sanfte Praxisprüfung im echten Katzenalltag. Das Ganze hat aber auch einen pädagogischen Effekt: Es sensibilisiert dafür, dass Tiere eigene Bedürfnisse haben – und die sollte man kennen, bevor man Verantwortung übernimmt. Auch außerhalb des Cafés würde Franziska einen solchen Führerschein für Tiere begrüßen.
Was die Kinder im Café ganz praktisch lernen: Geduld. Denn Katzen mögen es ruhig – und sie wählen selbst aus, wen sie gerade sympathisch finden. Am Ende gibt's dann den Katzenführerschein – als kleine Auszeichnung für große Rücksicht. Und auch wenn er nichts kostet, hat er Wert: Er sorgt für entspannte Tiere, zufriedene Gäste und viele Momente, in denen sich Kind und Katze ganz von selbst Näherkommen. Franziskas Konzept zeigt: Ein bisschen Achtsamkeit reicht schon, um ein Café in einen Ort zu verwandeln, in dem alle gerne bleiben – besonders die, die schnurren.