Chemnitz- Königlicher Nachwuchs in Chemnitz: Im Tierpark hat ein kleiner „Prinz“ das Licht der Welt erblickt. Die nach Duke Alfred of Edinburgh, dem Sohn der britischen Königin Victoria, benannte Tierart stammt ursprünglich von den Philippinen und lebt dort in tropischen Wäldern. Für das Jungtier des Prinz-Alfred-Hirsches bedeutet vor allem das sächsische Klima zunächst eine Umstellung. Laut Zoopädagogin Saskia Quinger ist besonders in den ersten Lebenswochen die Anpassung an die kühleren Temperaturen eine Herausforderung.
Prinz-Alfred-Hirsche zählen nicht nur zu den kleinsten Hirscharten der Welt, sondern auch zu den am stärksten bedrohten. Auch äußerlich unterscheiden sie sich von anderen Arten – ihr geflecktes Fell erinnert an Rehkitze und führt hierzulande häufig zu Verwechslungen.
Seit 2016 steht der Prinz-Alfred-Hirsch auf der Roten Liste der Internationalen Union für Naturschutz und gilt als stark gefährdet. Hauptgrund ist der fortschreitende Verlust seines natürlichen Lebensraums. Umso bedeutender sind koordinierte Nachzuchten in zoologischen Einrichtungen. Auch der Tierpark Chemnitz leistet hier seit Jahren einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der seltenen Tierart.
Als Teil eines europaweit abgestimmten Erhaltungszuchtprogramms wird die Zucht gezielt koordiniert. Jeder Nachwuchs hilft, die genetische Vielfalt der Art dauerhaft zu bewahren. Mit seinem Engagement in verschiedenen Zuchtprogrammen trägt der Tierpark Chemnitz so maßgeblich zum internationalen Artenschutz bei.
Nach den ersten Wochen im warmen Innengehege hat sich das Jungtier inzwischen an die kühleren Temperaturen gewöhnt und erkundet neugierig das Außengelände. Doch seine Bedeutung ist mehr als nur ein niedlicher Anblick: Der königliche Nachwuchs ist im Tierpark nicht nur ein Besuchermagnet, sondern ein wichtiger Hoffnungsträger für den Fortbestand seiner stark bedrohten Art.