Chemnitz- Kupfer wird immer wertvoller – und damit offenbar auch immer begehrter für Kriminelle. Was früher Baustellen oder Bahngleise betraf, trifft inzwischen zunehmend auch die Infrastruktur der Energiewende. In Chemnitz sorgt das jetzt für Ärger – und für Ermittlungen der Polizei.
Frecher Diebstahl mitten in Chemnitz! In den vergangenen Tagen haben Unbekannte gleich mehrfach E-Ladesäulen ins Visier genommen. So geschehen unter anderem in der Limbacher Straße. Dort schnitten die im Volksmund „Kupferpiraten“ genannten Täter Ladekabel ab und entwendeten diese. Der Wert der Kabel: rund 100 Euro. Deutlich höher fällt allerdings der Schaden an den Säulen selbst aus. Rund 4.200 Euro sollen nach ersten Schätzungen entstanden sein. Jetzt ermittelt die Polizei in beiden Fällen. Außerdem prüfen die Ermittler, ob hinter den Taten eine Serie steckt und ob es Zusammenhänge mit ähnlichen Vorfällen gibt.
Bereits in der Vergangenheit waren Ladekabel von Stromsäulen im Visier von Dieben – Hintergrund ist der Rohstoffpreis des in den Kabeln enthaltenen Kupfers. Erst im Februar konnte die Polizei eine Diebstahlserie von Ladekabeln aufklären. Insgesamt sieben Tatverdächtige wurden ausfindig gemacht. Ihnen werden insgesamt 21 Fälle zur Last gelegt. Der entstandene Schaden soll bei rund 200.000 Euro liegen. Das Diebesgut soll verkauft worden sein, um unter anderem Drogenkonsum zu finanzieren.