Dresden - Seit gut zwei Monaten ist die große Drüsenameise (Tapinoma magnum) in Langebrück nachgewiesen. Die invasive Ameisenart kann durch ihre weit verzweigten Kolonien ganze Flächen von mehreren Hektar besiedeln und Millionen Arbeiterinnen beherbergen. Auffällig: In einem Staat leben bis zu 350 Königinnen, die durch ständigen Austausch zwischen den Nestern eine stabile Superkolonie bilden.
Für Menschen ist die Art nicht direkt gefährlich – dennoch kann sie erhebliche Schäden anrichten. Durch ihre intensive Buddeltätigkeit destabilisiert sie Wege, Garagen oder andere Bauwerke. In Westdeutschland kam es bereits zu Stromausfällen und unterhöhlten Spielplätzen.
In Langebrück haben sich Nachbarn zusammengeschlossen, um die Ameisen mit heißem Wasser und anderen Methoden zu bekämpfen. Erste Erfolge sind sichtbar, ganz verschwunden ist die Art jedoch nicht. Laut Expertin Emilia Förster muss der Befall kontinuierlich eingedämmt werden, um ihn langfristig zu beseitigen.
Erkennen lässt sich die Drüsenameise an ihrer Größe von zwei bis vier Millimetern, ihrer schwarzen Färbung und einem Geruch nach Lack – im Gegensatz zum Ameisensäure-Geruch heimischer Arten. Besonders profitieren die Tiere von steigenden Temperaturen, die ihre Aktivität steigern.
Die Landeshauptstadt Dresden sieht keine gesetzliche Handlungsgrundlage für eine allgemeine Bekämpfung, da die Art nicht als invasiv im Sinne des Naturschutzgesetzes eingestuft wird. Zuständig sind in der Regel die Grundstückseigentümer, im öffentlichen Raum kann die Stadtreinigung informiert werden.
Für Förster ist die Ausbreitung eine zusätzliche Belastung für ohnehin gestresste Ökosysteme. Faszinierend sei jedoch die Widerstandskraft der Tiere – trotz aller Bekämpfungsversuche ist es bisher nicht gelungen, sie an einem Standort vollständig zu entfernen. Hoffnung macht, dass sich die Populationen durch genetische Verarmung in etwa 15 Jahren von selbst auflösen könnten.