Leipzig erlebt einen heißen Junitag. Auf dem Augustusplatz staut sich die Wärme, viele Menschen suchen Schatten oder Abkühlung. Im Paulinum der Universität Leipzig geht es am Donnerstag trotzdem um ein Thema, das auch bei Sommerhitze nicht warten kann: Blutspenden.
Unter dem Motto „Mit dem Latein am Ende? Auf zum Blutspenden ins Paulinum!“ lädt die UKL-Blutbank von 13 bis 18 Uhr zur Sonderblutspende in die Aula und Universitätskirche St. Pauli ein. Ziel der Aktion ist es, die Blutversorgung am Universitätsklinikum Leipzig auch kurz vor Beginn der Sommerferien zu stabilisieren.
„Das Blut wird gebraucht. Nicht irgendwann, sondern jeden Tag“, sagt Schwester Gabi aus dem medizinischen Team der UKL-Blutbank. Sie begleitet Spenderinnen und Spender vor Ort durch den Ablauf, vom Gesundheitscheck bis zur Ruhephase nach der Blutentnahme.
Der Termin kommt nicht zufällig. In Ferienzeiten gehen die Spenderzahlen erfahrungsgemäß zurück. Viele Menschen sind im Urlaub, verschieben Termine oder fühlen sich bei hohen Temperaturen weniger belastbar. Gleichzeitig laufen Operationen, Notfallbehandlungen und Therapien am Universitätsklinikum weiter.
Dr. Robert Jacob, kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig, sieht deshalb eine klare Versorgungsaufgabe. Das UKL ist ein Maximalversorger für Leipzig, die Region und ganz Sachsen. Jährlich werden dort mehr als 400.000 Patientinnen und Patienten ambulant und stationär behandelt.
„Medizinische Versorgung funktioniert nur, wenn im Hintergrund genug Blutprodukte vorhanden sind“, so Jacob. „Das betrifft die Notaufnahme genauso wie planbare Eingriffe oder die Behandlung schwerkranker Menschen.“
Blut wird im Klinikalltag in vielen Situationen gebraucht: bei Operationen, nach Unfällen, bei Krebstherapien oder bei schweren Geburtskomplikationen. Blutpräparate können zudem nicht unbegrenzt gelagert werden. Deshalb sind Kliniken kontinuierlich auf neue Spenden angewiesen.
Mit der Aktion im Paulinum will die UKL-Blutbank die Blutspende stärker in den Alltag der Stadt holen. Der Standort am Augustusplatz ist zentral, gut erreichbar und fällt auf. Wer ohnehin in der Innenstadt unterwegs ist, kann den Termin mit einem Stadtbesuch verbinden.
Janina Sommermeyer, Leiterin des Spendermanagements der UKL-Blutbank, kennt die Bedeutung solcher niedrigschwelligen Angebote. Sie organisiert Spendetermine, spricht Spenderinnen und Spender an und erlebt, wie stark die Teilnahme je nach Jahreszeit schwanken kann.
„Wir haben gesehen, dass das Paulinum Aufmerksamkeit schafft“, sagt Sommermeyer. „Viele verbinden den Termin mit einem Weg in die Innenstadt. Genau diese Sichtbarkeit brauchen wir vor der Ferienzeit.“
Bereits die erste Blutspendeaktion im Paulinum Ende vergangenen Jahres war aus Sicht der UKL-Blutbank erfolgreich. Damals kamen mehr als 150 Spendewillige. 114 Blutentnahmen konnten durchgeführt werden.
Gerade bei sommerlichen Temperaturen gibt es bei manchen Menschen Unsicherheit. Kann man bei Hitze überhaupt Blut spenden? Aus medizinischer Sicht ist das grundsätzlich möglich, wenn sich die Spenderinnen und Spender gesund fühlen.
„Wer gesund ist, vorher genug trinkt und etwas gegessen hat, kann auch an warmen Tagen spenden“, erklärt Schwester Gabi. „Wichtig ist, ehrlich zu sagen, wenn man sich nicht fit fühlt.“
Vor der Spende wird medizinisch geprüft, ob jemand zugelassen werden kann. Spenden können grundsätzlich gesunde Menschen ab 18 Jahren, die mindestens 50 Kilogramm wiegen. Mitzubringen ist ein gültiges Personaldokument. Außerdem empfiehlt die Blutbank, vorher ausreichend zu trinken und eine leichte Mahlzeit zu sich zu nehmen.
Eine Vollblutspende dauert inklusive Anmeldung, ärztlicher Untersuchung, Blutentnahme und Ruhezeit etwa eine Stunde. Die eigentliche Entnahme ist meist nach wenigen Minuten abgeschlossen.
Für viele Spenderinnen und Spender ist der Termin im Paulinum eine kleine Unterbrechung im Alltag. Für Patientinnen und Patienten kann eine Blutspende jedoch entscheidend sein.
„Wir wünschen uns, dass Blutspenden für mehr Menschen selbstverständlich wird“, sagt Janina Sommermeyer. „Gerade im Sommer zählt jede einzelne Spende.“