Sa., 24.10.2026 , 15:40 Uhr

Leipzig demonstriert gegen Rüstung und Abschiebungen

Leipzig- Zwei Demonstrationen, zwei unterschiedliche Themen: In Leipzig sind am Samstag mehrere Hundert Menschen auf die Straße gegangen. Im Mittelpunkt standen die Ansiedlung eines US-Rüstungsunternehmens und die deutsche Abschiebepolitik.

Leipzig Augustusplatz. Rund 400 Menschen beteiligten sich nach Polizeiangaben an einer Demonstration gegen den Rüstungskonzern Covenant. Unter dem Motto „Keine Raketenfabrik in Leipzig“ zog der Protestzug bei strömendem Regen durch die Innenstadt.

Hintergrund ist die geplante Produktion weitreichender Marschflugkörper im Leipziger Norden. Anfang Oktober hatte das Unternehmen dort seinen ersten europäischen Produktionsstandort eröffnet. Ab 2027 sollen zunächst 1.000 Marschflugkörper vom Typ Anthem hergestellt werden. Für 2028 sind bereits 5.000 geplant.

Die sächsische Landesregierung begrüßt die Ansiedlung. Ministerpräsident Michael Kretschmer verwies bei der Eröffnung auf die Bedeutung von Sicherheit und militärischer Abschreckung. Zeitgleich fand auch am Flughafen Leipzig/Halle eine Kundgebung statt. Sie war Teil eines bundesweiten Protesttages gegen Abschiebungen. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere Charterflüge nach Afghanistan und die türkische Fluggesellschaft FreeBird.

Unter den Teilnehmenden war auch Nasima Haidari, die selbst in Afghanistan gelebt hat. Die Organisatoren kritisieren Abschiebungen nach Afghanistan und eine damit verbundene Zusammenarbeit mit den dort herrschenden Taliban. Auch Sina Reisch nahm an der Kundgebung teil. Sie begründet ihre Teilnahme mit dem Schutz des Asylrechts.

Zu der Kundgebung hatten mehrere Gruppierungen aufgerufen, darunter das Aktionsbündnis Leipzig. Während sich der Protest am Flughafen gegen die deutsche Abschiebepolitik richtete, stand in der Leipziger Innenstadt die künftige Rüstungsproduktion im Mittelpunkt. Zwei unabhängig voneinander organisierte Versammlungen an einem Samstag.