Die Stadt Leipzig hat kürzlich erhebliche Investitionen in ein neues Corporate Design getätigt, das unter den Bürgern und im Stadtrat für erhebliche Unruhen sorgt. Die Gesamtkosten von 665.000 Euro für ein neues Logo und eine modernisierte Website sind insbesondere angesichts der jüngsten Haushaltssperre umstritten. Viele Leipziger Bürger halten die Investition für überzogen, insbesondere da die Stadt mit finanziellen Engpässen und armutsbedingten Herausforderungen kämpft.
Es wurden 390.000 Euro allein für das neue Website-Design und 15.000 Euro für das umstrittene, schlicht gehaltene schwarze Logo ausgegeben. Die technische Umsetzung kostete weitere 114.000 Euro. Darüber hinaus investierte die Stadt in eine eigene Schrift, um Lizenzgebühren zu sparen, was zusätzliche 93.000 Euro beanspruchte. Trotz der versprochenen Vorteile, wie eine übersichtlichere und barrierefreie Website, kritisieren viele Leipziger die hohen Kosten und empfinden die Entscheidung als unangebracht.
Laut Matthias Hasberg, Pressesprecher der Stadt Leipzig, wurde die Entscheidung zur Umgestaltung bereits Anfang 2023 – vor Bekanntgabe der Haushaltssperre – getroffen.
Wir wollten die Zugehörigkeit zur Stadt durch ein einheitliches Design sichtbar machen
verteidigt Hasberg die Investition.
Dennoch äußerte CDU-Fraktionschef Michael Weikert Bedenken über den Zeitpunkt und die Prioritäten der Stadt. Er betont, dass in Anbetracht von Schließungen zweier Bürgerämter für Einsparungen in Höhe von 80.000 Euro, eine besserer Einsatz der Gelder möglich gewesen wäre.
In einer Straßenumfrage äußerten einige Leipziger Zustimmung zur verbesserten Lesbarkeit des modernen Designs, während andere den Verlust historischer Identifikationsmerkmale bedauerten. Ungeachtet dessen bleibt die Spaltung in der Bevölkerung deutlich.
Die Diskussion um das Re-Design und die damit verbundenen Kosten wird die Stadt Leipzig voraussichtlich auch in den kommenden Monaten beschäftigen.