Di., 27.01.2026 , 17:38 Uhr

Leipzig

LVB mit Fahrgastrekord: Neue Linie 14 trifft auf teuren Netzausbau

Rekordzahlen bei Bus und Bahn in Leipzig doch steigende Kosten bremsen den Ausbau des LVB Netzes.

Leipzig erlebt einen historischen Moment im Nahverkehr. Rund 170 Millionen Fahrten erwarten die Leipziger Verkehrsbetriebe in diesem Jahr. So viele Menschen wie noch nie steigen in Bus und Bahn. Allein durch neue Angebote kamen zuletzt etwa drei Millionen zusätzliche Fahrgäste hinzu.

„Der Rekord des zweiten Mal in Folge zeigt, dass die Angebotsverbesserungen ankommen. Wir haben ja zahlreiche Maßnahmen umgesetzt und allein daraus kommen etwa drei Millionen Fahrgäste mehr“, sagt LVB Pressesprecher Marc Backhaus.

Ein zentrales Projekt ist die verlängerte Linie 14. Sie fährt nun bis zum Klinikum St. Georg und soll vor allem den Leipziger Norden entlasten. Die Verbindung konnte größtenteils über bestehende Gleise realisiert werden und bringt spürbar mehr Kapazität. Doch neue Linien brauchen Zeit, bis sie im Alltag wirklich angenommen werden.

„Neue Produkte wie Linie 14 bis zum Land Georg brauchen ungefähr zwei Jahre, bis sie sich einspielen. Wir nennen das Einschwingphase, bis so ein Produkt wirklich angenommen wird“, erklärt Backhaus.

Während die Nachfrage weiter steigt, wächst der Druck auf die Infrastruktur. Materialkosten explodieren, Lieferketten stocken und die öffentlichen Haushalte geraten zunehmend unter Belastung. Der Netzausbau wird dadurch immer schwieriger.

„Die Herausforderungen sind vielfältig. Wir leben in einer Zeit, wo um uns herum alles sich ändert. Die Kosten explodieren, Logistikketten funktionieren nicht. Und in so einer Phase neue Angebote auf die Straße zu bringen, ist nicht selbstverständlich“, so Backhaus.

Anders als in anderen Teilen Sachsens, wo über Angebotskürzungen diskutiert wird, setzt Leipzig weiterhin auf Ausbau. Doch auch hier sind Grenzen erreicht.

„Wenn sich Kosten weiter entwickeln, Material teurer wird, müssen auch wir irgendwann darüber nachdenken, inwieweit wir Angebote anpassen“, sagt der LVB Sprecher.

Besonders im Winter zeigt sich, wie sensibel das System geworden ist. Volle Fahrzeuge, Temperaturschwankungen und hohe Auslastung stellen Mensch und Material auf die Probe. Dennoch liegt die Pünktlichkeit laut LVB bei über 95 Prozent.

Rückenwind bekommt der Nahverkehr durch das Deutschlandticket. Es sorgt für zusätzliche Fahrgäste, wirft aber zugleich neue Finanzierungsfragen auf. Kurzfristige Förderzusagen erschweren langfristige Planungen.

Klar ist: Leipzig wächst weiter, der Mobilitätsbedarf steigt. Doch der notwendige Ausbau kommt langsamer voran als die Stadt. Für die Fahrgäste bleibt am Ende vor allem ein Wunsch entscheidend: dass die Bahn zuverlässig kommt – und zwar regelmäßig und pünktlich.