Fr., 06.03.2026 , 15:22 Uhr

Windkraft in Sachsen

Mehr Flächen sollen für Windenergie genutzt werden

Sachsen- Hat Sachsen beim Ausbau der Windenergie zu lange gezögert? Beim Thema Windkraft scheiden sich die Geister. Seit Jahren spaltet der Ausbau die Meinungen.

Während Kritiker einen tiefen Eingriff in Natur und Landschaft sehen, betonen Befürworter vor allem den Nutzen für Klimaschutz und Energieversorgung. Nun könnte der Ausbau neuen Schwung bekommen. Laut Bundesvorgaben soll bis Ende des Jahres 1,3 Prozent der Landesfläche für Windenergie bereitgestellt werden. Die Umsetzung liegt bei den regionalen Planungsverbänden.

Allein für die Regionen Chemnitz und Dresden könnten laut Zeitungsberichten rund 14.200 Hektar als Windenergie- oder Vorranggebiete ausgewiesen werden. Häufig werde dabei auf Standorte gesetzt, an denen bereits Windräder stehen. Gleichzeitig würden aber auch neue Flächen geprüft – darunter etwa geschädigte Waldgebiete, in denen der Borkenkäfer große Schäden hinterlassen hat.

Gerade hier entzündet sich die Kritik. Gegner sehen darin einen weiteren Einschnitt in Natur und Landschaft. Befürworter hingegen argumentieren, dass erneuerbare Energien laut Gesetz im überragenden öffentlichen Interesse liegen und für die Energiewende unverzichtbar seien.

Auch Fragen des Naturschutzes spielen eine Rolle. Zwar müssten geplante Anlagen weiterhin Artenschutz-, Umwelt- und Genehmigungsverfahren durchlaufen. In ausgewiesenen Windenergiegebieten könnten bestimmte Hürden jedoch geringer sein, um den Ausbau zu beschleunigen.

Dass das Thema emotional bleibt, zeigt sich immer wieder vor Ort. Auch in Chemnitz-Euba wird seit Jahren über mögliche Windkraftanlagen gestritten – ein Beispiel dafür, wie stark der Ausbau die Menschen in der Region bewegt.

Fest steht: Die aktuellen Pläne sind nur ein Zwischenschritt. Bis 2032 sollen sogar zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie bereitgestellt werden.