Do., 05.03.2026 , 21:24 Uhr

Die beteiligten Schulen haben nun ein weiteres Jahr Zeit, ihre Konzepte weiterzuentwickeln und Erfahrungen zu sammeln.

Mehr Ganztag an Sachsens Schulen - Modellprojekt „Ganztagspiloten“ wird verlängert

Chemnitz- Das Modellprojekt „Ganztagspiloten“ sollte in den letzten vier Jahren ergründen, wie Schule und Hort sinnvoll zusammenarbeiten können. Offenbar ein Modell für die Zukunft – denn es soll weitergeführt werden. Warum sich dafür sogar der sächsische Kultusminister persönlich ein Bild gemacht hat und wo trotz aller Fortschritte noch Herausforderungen liegen.

Hoher Besuch vor den Toren von Chemnitz: Kultusminister Konrad Clemens war am Donnerstagmorgen in der Grundschule Thalheim zu Gast. Nun sind derartige Termine für einen Kultusminister nichts Außergewöhnliches. Beim aktuellen Besuch hatte der CDU-Politiker allerdings gute Nachrichten im Gepäck – zumindest für elf Modellschulen im Freistaat. Das Modellprojekt „Ganztagspiloten“ geht in die Verlängerung. Nach vier Jahren folgt nun ein weiteres Jahr, in dem Ganztagsangebote gefördert und die Verzahnung zwischen Hort und Schule intensiviert werden sollen. Dem vorausgegangen waren Verhandlungen zwischen CDU, SPD, Grünen und der Linken, die mit dem Beschluss zum Doppelhaushalt den Weg für mehr Ganztagsbetreuung freigemacht haben. Aus Sicht von Kultusminister Clemens ist das ein richtiger und wichtiger Schritt hin zu einem verzahnten pädagogischen Konzept, das den ganzen Tag in den Blick nimmt. Das koste zwar Geld, das aktuell nicht im Überfluss vorhanden sei. Doch in Thalheim sehe man, wie gut dieses Konzept funktionieren könne – vor allem, wenn alle an einem Strang ziehen.

Thalheims Bürgermeister Nico Dittmann war Teil der morgendlichen Grundschulvisite. Die Freude über eine Fortsetzung des Projekts sei vor Ort groß. In den vergangenen vier Jahren habe man hart an der Umsetzung gearbeitet, und diese Arbeit trage nun Früchte. Schon aus dieser Perspektive freue man sich darüber, dass das Projekt nun weitergeführt werde. Natürlich sei nicht alles Gold, was glänzt. Das habe man dem Minister auch mit auf den Weg gegeben. Das größte Problem treffe vermutlich einen Nerv – nicht nur in Sachsen, sondern in ganz Deutschland. Aus Sicht von Nico Dittmann müsse vor allem die Organisation des Projekts vereinfacht werden. Neben bürokratischen Hürden, die Zeit und damit Geld verschlingen, lag nach dem Besuch in Thalheim noch ein weiteres Problem auf dem Tisch – eines, das Konrad Clemens künftig lösen muss. Und das hat mit den räumlichen Bedingungen in mancher Stadt oder Gemeinde zu tun.

Mit der Verlängerung des Modellprojekts bekommen die beteiligten Schulen nun zumindest ein weiteres Jahr Zeit, ihre Konzepte weiterzuentwickeln und Erfahrungen zu sammeln – alles Dinge, die es braucht, um das Projekt skalierbar und damit tauglich für ganz Sachsen zu machen. Klar ist aber schon jetzt: Damit Ganztagsangebote dauerhaft funktionieren, braucht es nicht nur gute Ideen, sondern auch weniger Bürokratie, engagiertes Personal – und vor allem genügend Platz an den Schulen.