Chemnitz- Wenn es um das Herz geht, zählt jede Minute. Mit dem neuen Kardiologischen Zentrum übernimmt das Klinikum Chemnitz künftig eine Schlüsselrolle in der Herzversorgung für ganz Südwestsachsen.
70 Millionen Euro, neun Jahre Planung – heute wird der Neubau offiziell eingeweiht. Hier behandeln künftig 45 Ärztinnen und Ärzte gemeinsam mit 120 Pflegekräften Herzpatienten auf modernstem medizinischem Niveau – ambulant wie stationär. Im Erdgeschoss befindet sich die Chest-Pain-Unit, die spezialisierte Notaufnahme für Brustschmerzen. 21 Behandlungsplätze stehen hier rund um die Uhr bereit – fast doppelt so viele wie zuvor.
Kurze Wege und klar strukturierte Abläufe sollen helfen, schneller zu entscheiden und schneller zu behandeln. Ein Aufzug mit Prioritätstaste bringt Notfallpatienten ohne Zeitverlust ins Untergeschoss. Dort liegen die Herzkatheterlabore – jetzt sechs an der Zahl. Mehr Kapazität, bessere Organisation und eine engere Zusammenarbeit zwischen Medizin und Pflege. Was hier entstanden ist, reiht sich fachlich ein in die großen Herzzentren des Freistaats – etwa in Dresden oder Leipzig. Für Chemnitz bedeutet das vor allem eines: eine Versorgung auf Spitzenniveau direkt in der Region – ohne lange Wege. Zur Einweihung besucht auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer das neue Zentrum und verdeutlicht wie wichtig derartige medizinische Leuchttürme sind.
15 Millionen Euro flossen allein in die medizintechnische Ausstattung. Ein eigenes MRT-Gerät steht ausschließlich für Herzpatienten zur Verfügung – für schnellere Diagnostik und kürzere Wartezeiten. Nicht jede Klinik kann diese hoch spezialisierte Medizin leisten. Deshalb setzt der Freistaat auf Spezialisierung und Kooperation. Auch Gesundheitsministerin Petra Köpping sieht das Zentrum als Modell für die Zukunft.
Direkt neben den Katheterlaboren liegt der neue Vor- und Nachsorgebereich. 18 Betten, kurze Wege, mehr Ruhe für die Patientinnen und Patienten. Wer länger überwacht werden muss, wird auf die neue Station im ersten Obergeschoss verlegt. Ambulante und stationäre Versorgung greifen hier enger ineinander als bisher – alles unter einem Dach.Gerade für Menschen aus dem Erzgebirge oder dem Vogtland kann das im Ernstfall entscheidend sein.
Für Chemnitz ist das neue Kardiologische Zentrum ein medizinischer Meilenstein. Für die Region bedeutet es vor allem mehr Sicherheit –wenn es um das Herz geht.