So., 11.01.2026 , 14:01 Uhr

Essen gehen wird nicht billiger

Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie: Entlastung für Betriebe, kaum Effekt für Gäste

Steigende Preise, volle Kostenlisten, verunsicherte Gäste: Leipzigs Gastronomie steht weiter unter Druck. Das zeigt das Beispiel von Hong Le Phuc, Restaurantbesitzer in Leipzig-Reudnitz. Lebensmittel, Energie und Personal seien deutlich teurer geworden – teilweise mit Preissteigerungen von bis zu 70 Prozent.

Zwar hat die Politik die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von 19 auf sieben Prozent gesenkt. Doch bei den Gästen kommt davon bislang wenig an. Nach Einschätzung des Verbraucherschutzes profitieren vor allem die Betriebe selbst. Die Senkung helfe, Kostensteigerungen abzufedern und weitere Preiserhöhungen zu vermeiden – echte Preisnachlässe seien aber selten.

Auch der Gesetzgeber habe den Gastronomen bewusst die Entscheidung überlassen, ob und wie sie die Entlastung weitergeben. In der Praxis zwingt die wirtschaftliche Lage viele Restaurants dazu, die Steuerersparnis zur Stabilisierung zu nutzen.

Laut einer Umfrage des Deutscher Hotel- und Gaststättenverband befürchten rund 40 Prozent der Betriebe, wirtschaftlich ins Minus zu rutschen. Gleichzeitig sind die Restaurantpreise für Gäste in den vergangenen drei Jahren um etwa 26 Prozent gestiegen.

Fazit: Die Mehrwertsteuersenkung verschafft vielen Restaurants Luft zum Atmen. Für Verbraucher bleibt sie vorerst kaum spürbar.