In der Innenstadt gehen die Meinungen auseinander. Während einige Merz zustimmen und mehr Eigenverantwortung fordern, halten andere die Aussage für realitätsfern – gerade mit Blick auf steigende Belastungen im Arbeitsalltag. Besonders Beschäftigte im Pflege- und Dienstleistungsbereich betonen: Krank zur Arbeit zu gehen, sei kein Zeichen von Fleiß, sondern ein Risiko für andere.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Die Krankmeldungen sind in den vergangenen Jahren zwar gestiegen, doch das liegt laut Krankenkassen vor allem an der elektronischen Krankschreibung. Sie sorgt seit 2023 für eine vollständigere Erfassung – nicht zwangsläufig für mehr Erkrankungen.
Die Diskussion macht deutlich: Kranksein ist nicht gleich Krankmachen. Und sie wirft eine größere Frage auf, die auch Leipzig beschäftigt: Wie viel Leistung ist zumutbar – und wo beginnt Verantwortung gegenüber sich selbst und anderen?