Di., 03.02.2026 , 15:55 Uhr

Zu oft krank?

Merz’ Aussage trifft einen Nerv in Leipzig

Sind die Deutschen zu oft krank – und fehlt es deshalb an wirtschaftlicher Leistung? Diese Frage hat Bundeskanzler Friedrich Merz mit seiner Kritik an den steigenden Krankheitstagen neu entfacht. Auch in Leipzig sorgt die Debatte für Gesprächsstoff.

In der Innenstadt gehen die Meinungen auseinander. Während einige Merz zustimmen und mehr Eigenverantwortung fordern, halten andere die Aussage für realitätsfern – gerade mit Blick auf steigende Belastungen im Arbeitsalltag. Besonders Beschäftigte im Pflege- und Dienstleistungsbereich betonen: Krank zur Arbeit zu gehen, sei kein Zeichen von Fleiß, sondern ein Risiko für andere.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Die Krankmeldungen sind in den vergangenen Jahren zwar gestiegen, doch das liegt laut Krankenkassen vor allem an der elektronischen Krankschreibung. Sie sorgt seit 2023 für eine vollständigere Erfassung – nicht zwangsläufig für mehr Erkrankungen.

Die Diskussion macht deutlich: Kranksein ist nicht gleich Krankmachen. Und sie wirft eine größere Frage auf, die auch Leipzig beschäftigt: Wie viel Leistung ist zumutbar – und wo beginnt Verantwortung gegenüber sich selbst und anderen?