Mo., 05.01.2026 , 17:52 Uhr

Leipzig

Nach Silvester: Polizei Leipzig zieht Bilanz und Konsequenzen

340 Einsätze, Angriffe auf Helfer, verletzte Einsatzkräfte: Die Polizei Leipzig zieht Bilanz zur Silvesternacht 2025/ 2026.

Die Silvesternacht 2025/2026 ist aus Sicht der Polizei Leipzig insgesamt ruhiger verlaufen als in früheren Jahren – dennoch blieb sie für Einsatzkräfte herausfordernd. Zwischen dem 31. Dezember, 18 Uhr, und dem Neujahrsmorgen um 6 Uhr rückten Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste zu rund 340 Einsätzen aus.

Polizeisprecher Olaf Hoppe spricht von einem differenzierten Lagebild. Größere, zusammenhängende Ausschreitungen wie in früheren Jahren, etwa rund um das Connewitzer Kreuz, seien ausgeblieben. Gleichzeitig habe es aber zahlreiche kleinere Einsatzlagen im gesamten Stadtgebiet gegeben.

Statt einzelner Brennpunkte verteilten sich die Einsätze über Leipzig. Häufige Gründe seien Streitigkeiten gewesen – oft unter Alkoholeinfluss und in Verbindung mit Pyrotechnik. Diese Mischung habe laut Polizei immer wieder zu aggressivem Verhalten geführt.

Besonders belastend seien gezielte Angriffe auf Einsatzkräfte gewesen. So mussten Polizisten in der Kochstraße einen Rettungseinsatz absichern, wurden dabei jedoch mit Pyrotechnik attackiert. Auch im Leipziger Süden kam es zu Angriffen aus größeren Personengruppen heraus, bei denen eine Polizistin leicht verletzt wurde.

Ein weiterer Schwerpunkt lag im Stadtteil Grünau. Dort eskalierte die Lage so stark, dass sich Feuerwehr und Polizei zeitweise zurückziehen mussten. Erst mit zusätzlichen Kräften gelang es, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Gegen mehrere Tatverdächtige wird nun wegen Landfriedensbruchs ermittelt.

Die Folgen der Silvesternacht waren teils gravierend: Ein Feuerwehrmann wurde durch Pyrotechnik auf Kopfhöhe verletzt, eine weitere Person verlor durch einen Böller ein Auge.

Zur Diskussion über die Täter äußert sich die Polizei sachlich. Nach Angaben von Olaf Hoppe handele es sich überwiegend um männliche Täter – von Jugendlichen bis hin zu Erwachsenen. Gerade Erwachsene seien dabei häufig keine guten Vorbilder.

Eigentlich habe die Polizeidirektion Leipzig geplant, den Kräfteansatz zu Silvester perspektivisch zu reduzieren. Die Erfahrungen dieser Nacht – insbesondere der unsachgemäße Umgang mit Feuerwerk und die Angriffe auf Einsatzkräfte – ließen dies derzeit jedoch nicht zu. Auch zum Jahreswechsel 2026/2027 rechne die Polizei deshalb weiterhin mit einem hohen Aufgebot.

Fest steht: Der Großteil der Bevölkerung feierte den Jahreswechsel friedlich. Angriffe auf Helfer seien jedoch weiterhin sehr präsent – und aus Sicht der Polizei nicht akzeptabel.