Ab dem 1. April gelten in Deutschland neue Regeln an Tankstellen: Preise für Benzin und Diesel dürfen nur noch einmal täglich erhöht werden – und zwar um 12 Uhr mittags. Preissenkungen bleiben dagegen jederzeit möglich. Ziel der Bundesregierung ist es, Preisschwankungen zu reduzieren und für mehr Transparenz zu sorgen.
Auslöser für die Maßnahme sind die zuletzt stark gestiegenen Spritpreise im Zuge des Iran-Konflikts. Die internationalen Märkte reagieren sensibel auf geopolitische Spannungen – mit direkten Auswirkungen auf die Preise an deutschen Zapfsäulen.
Doch ob die neue Regel tatsächlich für Entlastung sorgt, ist umstritten. Hans-Joachim Rühlemann, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Garagen- und Tankstellengewerbes, sieht die Entwicklung kritisch: „Damit rechnen wir, dass die Preise durchschnittlich höher werden, als es in den letzten Wochen gewesen ist.“
Ein zentraler Punkt: Viele Autofahrer haben sich daran gewöhnt, am Abend günstiger zu tanken. Dieses Muster könnte sich nun verschieben. Vor allem Pendler, die tagsüber arbeiten und erst abends tanken können, könnten künftig benachteiligt sein.
Zudem betont der Verband: Die Preise werden nicht an der Tankstelle selbst gemacht. Betreiber und Mitarbeiter vor Ort hätten keinen direkten Einfluss – müssten aber häufig den Unmut der Kunden aushalten.
Ob die neue Regel am Ende wirklich zu mehr Fairness führt oder das Tanken nur anders organisiert, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen.