Fr., 17.04.2026 , 11:32 Uhr

Sachsens Justiz zwischen Stabilität und Umbruch

OLG Dresden: Justiz wirbt um Nachwuchs

Dresden - Die sächsische Justiz sieht sich beim Nachwuchs gut aufgestellt. OLG-Präsident Dr. Leon Ross verweist auf mehr als 700 Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare im Freistaat und insgesamt über 1.000 junge Menschen, die derzeit für die Justiz ausgebildet werden. Zugleich macht er klar: Der personelle Umbruch ist groß. Viele erfahrene Richterinnen und Richter gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand, offene Stellen müssten deshalb möglichst nahtlos nachbesetzt werden. Ross spricht von Übergangsschwierigkeiten, betont aber auch, dass die Gerichte ihre Arbeit derzeit weiter bewältigen können.

Bei der Verfahrensdauer sieht sich Sachsen im Bundesvergleich weiterhin ordentlich aufgestellt. Gleichzeitig wächst der Druck an anderer Stelle: Große Staatsschutzverfahren binden am Oberlandesgericht viel Personal, nach Angaben von Ross inzwischen sogar zwei Senate. Dazu kommen technische und strukturelle Aufgaben, etwa bei Videoverhandlungen, der elektronischen Akte und dem künftigen Einsatz künstlicher Intelligenz. Diese könne helfen, umfangreiche Aktenbestände auszuwerten und Massenverfahren besser zu bewältigen.