Fr., 24.04.2026 , 19:15 Uhr

Inklusiv gewinnt denkt Sport neu

Olympia der Zukunft?

Bei „Inklusiv gewinnt“ treten Sportler mit und ohne Behinderung gemeinsam an. Das Format will mehr sein als ein Event und stellt eine größere Frage: Wie kann fairer Wettkampf in Zukunft aussehen?

Mehr als ein besonderes Sportevent

Zwei Welten, ein Wettkampf, und eine Idee für die Zukunft? Genau darum geht es bei „Inklusiv gewinnt“. Das Format bringt Sportler mit und ohne Behinderung in einen gemeinsamen Wettbewerb und macht damit etwas sichtbar, das im Spitzensport noch immer selten ist: echte Begegnung auf Augenhöhe.

Was auf den ersten Blick wie ein besonderes Sportevent wirkt, trägt eine größere Frage in sich. Kann fairer Wettkampf auch dann funktionieren, wenn die Voraussetzungen verschieden sind? Und steckt genau darin vielleicht ein Modell für den Sport von morgen?

Wie gemeinsamer Wettkampf möglich wird

Einer der Initiatoren ist Hagen Boßdorf vom Verein Wir.Bewegen.Sport e.V. Für ihn liegt die Stärke des Formats darin, dass es keine Unterschiede ausblendet, sondern sportlich neu denkt. „Wir schaffen eine Plattform für alle, die ihren Sport betreiben wollen. Egal, ob sie olympische Athleten sind, bekörperlich oder eine geistige Behinderung haben. Alle kommen zusammen und machen Sport“, sagt Boßdorf.

Gerade dieser Ansatz macht „Inklusiv gewinnt“ besonders. Hier geht es nicht um ein symbolisches Nebeneinander, sondern um einen echten sportlichen Vergleich. Regeln werden so angepasst, dass Leistungen vergleichbar werden. Nicht Trennung, sondern Wettbewerb. Nicht Schonraum, sondern sportliche Herausforderung.

Yara Slamberger: Es geht nicht um Mitleid, sondern um Können

Wie anspruchsvoll das in der Praxis ist, erlebt auch Yara Slamberger. Die Kapitänin des Bundesliga-Teams vom Judoclub Leipzig war bereits bei einer vergangenen Ausgabe dabei und weiß, dass der inklusive Wettkampf weit mehr verlangt als bloßen guten Willen. „Es ist gar nicht so einfach, wie man vielleicht denkt“, sagt sie. Gerade im Judo komme es auf Bewegungsgefühl und Körpergefühl an. Wer zuschaut, merke schnell: Hier geht es nicht um Mitleid, sondern um Können.

Warum das Format zu Leipzig passt

Für Leipzig ist das Format deshalb mehr als nur ein Sportevent. Es passt zu einer Stadt, die sich als Sportstadt versteht und zugleich zeigen will, dass Teilhabe im Sport nicht nur ein Schlagwort bleibt. Auch deshalb wird „Inklusiv gewinnt“ von Stadt, Partnern und Sponsoren wie der Leipziger Gruppe unterstützt.

Ein Testlauf für den Sport von morgen

Boßdorf bleibt bei aller Vision bewusst vorsichtig. „Ob das ein Rollmodell ist für größere Wettbewerbe, wird man dann sehen. Aber wir versuchen es so“, sagt er. Genau darin liegt die Kraft des Formats. Es behauptet nicht, schon die Zukunft zu sein. Es probiert aus, wie sie aussehen könnte.

Für Leipzig ist „Inklusiv gewinnt“ damit weit mehr als nur ein Sportevent. Es geht nicht nur um Siege, Zeiten und Platzierungen, sondern um die Frage, wie Sport Menschen zusammenbringen kann. Doch wer weiß: Vielleicht stehen eines Tages nicht nur bei „Inklusiv gewinnt“, sondern auch bei den Olympischen Spielen Sportler mit und ohne Behinderung an einer gemeinsamen Startlinie.