Fr., 16.10.2026 , 18:33 Uhr

Party in der Straßenbahn?!

Live-Musik mitten in der Straßenbahn: Die LVB haben Fahrgäste in Leipzig mit einem Geheimkonzert überrascht.

Geheimkonzert in Leipzig: Straßenbahn wird zur Konzertbühne

Live-Musik zwischen Haltestangen und dicht gedrängten Fahrgästen: Die Leipziger Verkehrsbetriebe haben am 15. Oktober eine Straßenbahn für einige Stunden in eine rollende Konzertbühne verwandelt. Das Besondere: Wer auftreten würde, blieb zunächst geheim.

Während draußen Leipzig vorbeizog, wurde drinnen gesungen. Die Bahn fuhr dabei weiter durch die Stadt, das Publikum stand nur wenige Schritte von den Musikern entfernt. Eine ungewöhnliche Situation, die bei den Fahrgästen für Stimmung sorgte.

Warum ein Konzert in der Straßenbahn?

Hinter dem Geheimkonzert stand eine Idee der Leipziger Verkehrsbetriebe. Steffen Palm verantwortet dort Marketingstrategie und Geschäftsentwicklung. Für ihn liegt der ungewöhnliche Veranstaltungsort nahe: Menschen begegnen sich nicht nur bei Kulturveranstaltungen, beim Sport oder in der Gastronomie, sondern jeden Tag auch in Bussen und Bahnen.

Beim Geheimkonzert sollte deshalb die Musik zu den Menschen kommen und nicht umgekehrt.

Den Auftakt machte die Leipziger Musikerin Anna Rausberg. Für sie war der Auftritt in der fahrenden Straßenbahn eine neue Erfahrung. Normalerweise spielt sie auf festen Bühnen, diesmal stand ihr Publikum direkt vor ihr.

„Das war auf jeden Fall das Ungewöhnlichste, was ich bisher gemacht habe“, sagte Rausberg nach dem Konzert. Gerade die unmittelbare Nähe zu den Fahrgästen habe den Auftritt für sie besonders gemacht.

Eine Bühne, die bremst und durch Kurven fährt

Ein Konzert in einem fahrenden Fahrzeug bringt allerdings auch technische Herausforderungen mit sich. Kabel, Instrumente und weitere Ausstattung mussten so gesichert werden, dass sie auch beim Anfahren, Bremsen und in Kurven an ihrem Platz bleiben.

Nach Angaben von Steffen Palm wurden dafür spezielle Vorkehrungen getroffen und im Vorfeld Proben durchgeführt.

Für das Publikum entstand dadurch eine ungewöhnliche Konzertsituation: Wer zustieg, stand praktisch automatisch in der ersten Reihe. Zwischen Musikerin und Fahrgästen lagen teilweise nur wenige Schritte.

Hotel Rimini übernimmt am Sportforum Ost

Mit der Fahrt war das musikalische Programm noch nicht beendet. An der Endhaltestelle Sportforum Ost ging das Konzert weiter.

Dort übernahm die Leipziger Band Hotel Rimini mit deutschsprachigem, streicherlastigem Indie-Pop. Sänger Julius Forster zeigte sich kurz vor dem Auftritt noch etwas angespannt. Auf der Bühne war davon wenig zu merken: Vor und in der Straßenbahn wurde getanzt.

Auch bei den Besuchern entstanden bereits Ideen, welche Veranstaltungen künftig noch in einer Straßenbahn funktionieren könnten. Ein Vorschlag: Karaoke auf Schienen.

Ob daraus tatsächlich einmal Realität wird, ist bislang nicht bekannt. Auf die Frage nach weiteren Aktionen dieser Art hält sich Steffen Palm bedeckt: „Wie wir in Zukunft überraschen, bleibt eine Überraschung.“

Welche Idee als Nächstes auf Leipzigs Schienen ins Rollen gebracht wird, behalten die LVB damit vorerst für sich.