Fr., 23.01.2026 , 17:17 Uhr

Der Pflegesektor in Sachsen steht vor einem massiven Personalmangel – Stichwort demografischer Wandel.

Pflegeausbildung neu gedacht - DRK eröffnet modernen Neubau

Chemnitz- Der Pflegenotstand zählt zu den größten Herausforderungen der kommenden Jahre. Um diese zu bewältigen, hat die DRK Akademie Sachsen am Standort Rabenstein eine neue Bildungseinrichtung eröffnet, die die Ausbildung im Pflegesektor auf eine neue Stufe heben soll.

Der Pflegesektor in Sachsen steht vor einem massiven Personalmangel – Stichwort demografischer Wandel. Doch es wird gegengesteuert. Am DRK-Standort Rabenstein hat die DRK Akademie Sachsen am Freitagmorgen eine neue Bildungseinrichtung in Betrieb genommen. Entstanden ist ein moderner Neubau, der größtenteils aus Fördermitteln von Bund und Land finanziert wurde. Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 3,4 Millionen Euro stammen etwa 3,2 Millionen Euro aus öffentlichen Förderprogrammen. Dass diese Mittel abgerufen wurden und nun eines der modernsten Ausbildungszentren im sächsischen Pflegesektor entstanden ist, liegt aus Sicht von Diana Lohmann, Geschäftsführerin des DRK Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein, auch am persönlichen Engagement der beteiligten Akteure.

Ein Teil dieses Teams ist Toralf Hetze. Als Schulleiter der DRK Academy Rabenstein begleitete er den Bau von Beginn an. Die Umsetzung sei zügig verlaufen, sagt Hetze. Abgesehen von kleineren Abnahmeproblemen – etwa bei der Unisex-Toilette – habe alles reibungslos funktioniert. Das Ergebnis spreche für sich: moderne Schulungsräume, kombiniert mit konsequenter Digitalisierung, eröffnen dem Team völlig neue Möglichkeiten in der Ausbildung. Trotz aller technischen Neuerungen ist ein zentraler Punkt unverändert geblieben. Die Auszubildenden sollen sich nicht als Nummern im System fühlen. Gemeinschaftssinn und individuelle Betreuung stehen im Mittelpunkt des Ausbildungskonzepts.

Das bestätigen auch die Auszubildenden selbst im Gespräch mit Sachsen Fernsehen. Besonders hervorgehoben werden der starke Teamgeist und der Praxisbezug im Unterricht. Die Lehrkräfte stammen direkt aus der Pflegebranche und können ihre Erfahrungen unmittelbar weitergeben. Dank des digitalen Ausbaus gehören zudem technikbedingte Ausfälle weitgehend der Vergangenheit an. Und nicht zuletzt sorgt die Bündelung aller Angebote in einem Gebäude dafür, dass auch der Schrittzähler auf dem Campus nicht mehr an seine Grenzen kommt. Doch der Neubau bietet noch weitere Vorteile, die auf den ersten Blick nicht sofort sichtbar sind. Sachsen hat einen enormen Bedarf an Pflegefachkräften, der auch mit Personal aus dem Ausland gedeckt werden soll. Um diese Fachkräfte für den Freistaat zu gewinnen, braucht es aus Sicht von Dagmar Neukirch vor allem optimale Voraussetzungen. Genau diese seien im Neubau von Anfang an mitgedacht – und konsequent umgesetzt worden.

Der Neubau in Rabenstein ist damit mehr als ein modernes Schulgebäude. Er ist ein Signal in Richtung Zukunft und schafft Bedingungen, die Ausbildung attraktiv machen sollen. Ob das reicht, um den Personalmangel langfristig abzufedern, wird sich zeigen. Der Grundstein dafür ist hier jedenfalls gelegt.