Dresden: Plattenbau steht bis heute für ein umstrittenes Wohnmodell. Im Stadtmuseum Dresden widmet sich eine neue Sonderausstellung an der Wilsdruffer Straße Geschichte, Alltag und Bauweise dieser Wohnform.
Gezeigt werden originale Bauelemente, Wohnungsgrundrisse und Zeitzeugenberichte aus Ost- und Westdeutschland. Dabei geht es nicht nur um Architektur, sondern auch um das Leben in den großen Wohnkomplexen und deren gesellschaftliche Bedeutung.
Die Ausstellung wurde über mehrere Jahre vorbereitet und richtet sich bewusst an ein breites Publikum. Neben klassischen Ausstellungstafeln gibt es Medienstationen und interaktive Elemente.bEin Teil der Schau ist zudem barrierearm gestaltet: Taktile Objekte und Hörstationen ermöglichen auch blinden und sehbehinderten Besuchern einen Zugang zum Thema.
Ein Schwerpunkt liegt auf den DDR-Typenbauten, die ganze Stadtteile geprägt haben. Im Vergleich dazu werden westdeutsche Großtafelbauten gezeigt, die deutlich variantenreicher geplant wurden. Auch die ursprünglichen Ziele des industriellen Bauens – schneller und günstiger Wohnraum für viele Menschen – werden thematisiert. Gleichzeitig greift die Ausstellung die bis heute verbreiteten Vorbehalte gegenüber dem Wohnen in der Platte auf. Neben der historischen Einordnung wird auch der Bezug zur Gegenwart hergestellt. Serielles und modulares Bauen gelten erneut als mögliche Antwort auf den Wohnungsmangel in wachsenden Städten.
Die Ausstellung „Platte Ost/West“ ist im Stadtmuseum Dresden geöffnet und noch bis zum ersten Advent zu sehen.