Dresden: Das Jahr 2025 stellte die Polizei Dresden vor außergewöhnliche Herausforderungen. Im Jahresabschlussinterview zieht die Polizeiführung eine umfassende Bilanz – von einem schweren Start ins Jahr über belastende Großeinsätze bis hin zu Fragen der Sicherheit im Alltag.
Besonders prägend war der Januar: Der Tod des Polizeibeamten Maximilian Stopper im Dienst erschütterte die sächsische Polizei nachhaltig. Erstmals kam in Sachsen ein Polizist durch Gewalt Dritter während eines Einsatzes ums Leben. Das Ereignis stellte nicht nur organisatorische, sondern vor allem emotionale Anforderungen an das Kollegium. Themen wie Trauerbewältigung, Fürsorge und Zusammenhalt rückten in den Fokus. Als sichtbares Zeichen der Wertschätzung und des gemeinsamen Gedenkens wurde ein Trauermarsch organisiert. Hinzu kamen im Jahresverlauf mehrere Großeinsätze. Der 13. Februar blieb auch 2025 einer der einsatzintensivsten Tage für die Polizei – geprägt von Gedenkveranstaltungen, Demonstrationen und dem Spannungsfeld zwischen Erinnerungskultur und politischem Protest. Die Einsatzlage wurde zudem durch den Bundestagswahlkampf beeinflusst, der die emotionale Stimmung auf den Straßen spürbar erhöhte. Ein weiteres zentrales Thema waren die zahlreichen Bombenfunde im Dresdner Stadtgebiet. Besonders im Januar führten Funde in Elbnähe zu Evakuierungen und umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen. Die Polizei beschreibt im Interview die Abläufe, Herausforderungen und die zunehmende Präzision bei der Festlegung von Sperrbereichen, um Belastungen für Anwohner möglichst gering zu halten. Im zweiten Teil des Gesprächs geht es um Sicherheit im Alltag. Die Polizei zieht eine insgesamt ruhige Bilanz der Weihnachtsmärkte, erläutert Konzepte wie Marktwachen und verdeckte Einsatzkräfte und ordnet Themen wie Taschendiebstahl, Alkoholkonsum und Terrorschutz ein. Auch Silvester und der Umgang mit Pyrotechnik werden angesprochen – mit dem Fazit, dass die Realität meist weniger dramatisch ist als die öffentliche Debatte. Abschließend richtet sich der Blick nach vorn: 2026 stehen erneut große Einsätze an, darunter der Jahrestag des tödlichen Einsatzes in Lauchhammer, der 13. Februar sowie mögliche Herausforderungen im Sport- und Veranstaltungsbereich. Persönlich wünscht sich die Polizei vor allem Gesundheit für die Beamtinnen und Beamten – und ein Jahr mit weniger Krisen.