Di., 21.04.2026 , 17:22 Uhr

High Protein Produkte

Protein-Hype: Wie gesund ist der Trend wirklich?

Protein boomt. Doch Expertinnen und Expertenen sagen: Viele Produkte sind unnötig und oft mehr Marketing als echter Nutzen.

 

Trend auch in Leipzig sichtbar

Protein-Pudding, Eiweißbrot oder Protein-Pizza: High-Protein-Produkte sind längst fester Bestandteil in Leipziger Supermärkten. Was früher vor allem Sportlerinnen und Sportler nutzten, ist heute im Alltag angekommen.

Laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Mafowerk griffen 2025 rund 36,6 Prozent der Befragten zu solchen Produkten, deutlich mehr als noch 2022.

 

Warum der Hype so groß ist

„High-Protein-Produkte sind im Trend, weil sie gesundheitlichen Zusatznutzen versprechen“, erklärt Dr. Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen.

„Viele Nutzerinnen und Nutzer verknüpfen diese Produkte mit der Erwartung, etwas für ihre Fitness zu tun, für den Muskelaufbau, aber auch für Dinge wie Gewichtsregulierung.“

Auch Social Media spielt eine Rolle.

„Immer mehr Sportinfluencer […] wollen fitter, schneller, stärker sein und da ist die Ernährung das A und O“, sagt Personal Trainer Justus Eichhorn aus Leipzig.

 

Was steckt wirklich dahinter?

„Wenn Produkte mit High-Protein […] beworben werden, dann müssen sie auch eine bestimmte Menge an Eiweiß enthalten“, so Brendel. Gesetzlich sind das mindestens 20 Prozent der Energie.

Doch gesund ist das nicht automatisch:

„Man hat […] Produkte, deren gesamtes Nährstoffspektrum relativ ungünstig ist, also die dazu auch noch fett- und zuckerhaltig sind.“

 

Wie viel Eiweiß braucht der Körper?

„Für Erwachsene gelten 0,8 Gramm Eiweiß je Kilogramm Körpergewicht und das lässt sich mit normalen Produkten abdecken“, sagt Brendel.

Viele überschätzen ihren Bedarf:

„Wenn man im Fitnessbereich unterwegs ist, überschätzt man den Eiweißbedarf in aller Regel.“

Zu viel Eiweiß kann sogar kontraproduktiv sein:

„Oftmals […] liefert dieser Eiweißshake dann schon genauso viel Energie, wie man sich […] abtrainiert hat.“

 

Ergänzung statt Ersatz

Für Eichhorn sind High-Protein-Produkte kein Muss:

„Ich nenne sie gerne als Tool, als Zusatztool.“

Die Basis bleibt entscheidend: eine ausgewogene Ernährung mit natürlichen Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, Eiern oder Milchprodukten.

 

Fazit und Ausblick

Der Trend ist auch in Leipzig angekommen, doch Expertinnen und Experten sehen ihn kritisch.

„Es ist aus ernährungsphysiologischer Sicht nicht notwendig, dass man mit Protein angereicherte Produkte isst“, sagt Brendel.

High-Protein wird bleiben. Entscheidend ist aber: Nicht das Label macht ein Produkt gesund, sondern das Gesamtpaket.