Chemnitz – Protest statt Unterricht: In Chemnitz sind am Freitag erneut Schüler gegen eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht auf die Straße gegangen. Rund 150 bis 200 Menschen versammelten sich zunächst am Karl-Marx-Monument und zogen anschließend durch die Innenstadt zum Konkordiapark. Die Aktion war Teil eines bundesweiten Schulstreiks gegen die Wehrpflicht.
Zum vierten Mal sind am Freitag in Chemnitz vor allem junge Menschen gegen eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht auf die Straße gegangen.
Gegen 10 Uhr versammelten sich schätzungsweise 150 bis 200 Teilnehmer am Karl-Marx-Monument. Unter ihnen waren vor allem Schüler. Anschließend zog die Demonstration durch die Chemnitzer Innenstadt bis zum Konkordiapark. Begleitet wurde der Protest von der Polizei. Die Demonstration verlief friedlich.
Aufgerufen hatte das Bündnis „Schulstreik gegen Wehrpflicht“. Auch in zahlreichen anderen deutschen Städten fanden am Freitag entsprechende Protestaktionen statt. Die Demonstrierenden kritisieren unter anderem die Werbung der Bundeswehr an Schulen und in sozialen Netzwerken. Außerdem richtet sich ihr Protest gegen eine mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht.
Hintergrund ist das seit Anfang des Jahres geltende neue Wehrdienstgesetz. Dieses setzt zunächst weiterhin auf Freiwilligkeit, soll aber mehr junge Menschen für einen Dienst bei der Bundeswehr gewinnen. Seit diesem Jahr erhalten junge Menschen nach ihrem 18. Geburtstag einen Fragebogen der Bundeswehr. Männer müssen diesen verpflichtend beantworten. Für junge Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008 ist zudem eine Musterung vorgesehen.
Eine allgemeine aktive Wehrpflicht bedeutet das derzeit noch nicht. Sollten künftig allerdings nicht genügend Freiwillige gefunden werden, kann der Bundestag über die Einführung einer sogenannten Bedarfswehrpflicht entscheiden. Genau diese mögliche Entwicklung sorgt bei Teilen der jungen Generation für Kritik – und brachte am Freitag erneut Schülerinnen und Schüler in Chemnitz auf die Straße.