Sa., 14.02.2026 , 17:54 Uhr

Protest gegen rechtsextremen Aufmarsch in Dresden

Ein Jahrestag, der Dresden jedes Jahr politisch auflädt.

Am 14. Februar haben tausende Menschen in der Innenstadt gegen einen rechtsextremen Aufmarsch im Zusammenhang mit dem Gedenken an die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg demonstriert. Mehrere Bündnisse, Initiativen und Parteien riefen zu Gegenkundgebungen auf. Drei Demonstrationszüge aus der Neustadt und der Südvorstadt führten am Vormittag zur zentralen Kundgebung am Postplatz. Dort versammelten sich nach Schätzungen mehrere tausend Teilnehmer.

Parallel startete am Bahnhof Dresden-Mitte ein sogenannter „Trauermarsch“ von Rechtsextremen mit etwa tausend Teilnehmern. Gegendemonstranten versuchten an mehreren Stellen, die Route mit Sitzblockaden zu blockieren. Dabei kam es vereinzelt zu Rangeleien mit der Polizei, die nach eigenen Angaben auch Pfefferspray einsetzte, um die Strecke zu räumen.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz und trennte beide Lager konsequent voneinander. Am Postplatz standen Wasserwerfer bereit, eingesetzt werden mussten sie jedoch nicht. Insgesamt blieb die Lage nach Beobachtung vor Ort überwiegend friedlich.

Zeitweise kam es im Innenstadtbereich zu Verkehrsbehinderungen und Straßensperrungen. Die Anreise größerer Gruppen, unter anderem aus Leipzig und Chemnitz, verlief laut Polizei ohne Zwischenfälle.

Hintergrund der Demonstrationen ist der Jahrestag der Luftangriffe vom 13. Februar 1945. Damals wurde Dresden durch britische und amerikanische Bomber weitgehend zerstört, bis zu 25.000 Menschen kamen ums Leben. Rechtsextreme Gruppen nutzen das Datum seit Jahren für Aufmärsche – Kritiker werfen ihnen vor, die deutsche Kriegsschuld zu relativieren.