Reiten ohne echtes Pferd? Am Beruflichen Schulzentrum für Agrarwirtschaft und Ernährung in Dresden-Altroßthal wurde ein deutschlandweit nahezu einzigartiger Reitsimulator offiziell vorgestellt. Das Gerät, das von einem spezialisierten Hersteller aus England stammt, ergänzt ab dem kommenden Ausbildungsjahr den Unterricht der angehenden Pferdewirte.
Für die Anschaffung sowie die Sanierung eines eigenen Trainingsraums investierte die Landeshauptstadt Dresden rund 130.000 Euro. Bodenplatte, Elektroinstallation, Heizung und zweiter Rettungsweg wurden vollständig erneuert. Damit setzt Dresden bewusst auf moderne, praxisnahe und zugleich tierfreundliche Berufsausbildung.
„Wir wollen das Reiten in der Schule technisch begleiten und präzise üben – ohne dabei ein Tier zu belasten“, erklärt Anke Habich, Lehrerin für Pferdewirte. Denn der Simulator regiert auf jede falsche Gewichtsverlagerung und jede unklare Hilfengebung unmittelbar. Auszubildende können ihre Bewegungen in Echtzeit analysieren, korrigieren und in verschiedenen Modi dokumentieren lassen.
Während im regulären Reitbetrieb ein Pferd je nach Tagesform oder Stimmung unterschiedlich reagiert, liefert der Simulator konstante, messbare Rückmeldungen. Die Auszubildenden können so Sitzfehler, Zügelführung und Balance gezielt verbessern. Für die Tierhaltung bedeutet das weniger Belastung, für die Lernenden deutlich mehr Kontrolle.
Nach der Einführung und ersten Testritten wird der Simulator künftig fest in die Ausbildung integriert. Ziel ist es, technische Kompetenz, Sicherheit im Sattel und Tierwohl gleichermaßen zu stärken – und damit bundesweit Maßstäbe zu setzen.