Do., 19.03.2026 , 09:12 Uhr

Antidiskriminierung in Sachsen – Hilfe für einen belastenden Alltag

Sachsen stärkt Hilfe gegen Diskriminierung

Diskriminierung ist für viele Menschen Alltag – auch in Sachsen. Das zeigen aktuelle Zahlen und Erfahrungen aus der Praxis. In Leipzig haben Vertreter von Bund und Freistaat deshalb erneut eine Vereinbarung unterzeichnet, um den Schutz vor Diskriminierung zu stärken.

Diskriminierung ist für viele Menschen Alltag – auch in Sachsen. Das zeigen aktuelle Zahlen und Erfahrungen aus der Praxis. In Leipzig haben Vertreter von Bund und Freistaat deshalb erneut eine Vereinbarung unterzeichnet, um den Schutz vor Diskriminierung zu stärken.

„Diskriminierung kann sehr existenziell sein“, sagt die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman. Ob bei der Wohnungssuche, im Job oder in der Schule – viele Menschen erleben Benachteiligung in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen.

Besonders häufig geht es dabei um rassistische Diskriminierung. Sie ist der häufigste Grund, warum sich Menschen an Beratungsstellen wenden. Gleichzeitig ist die Zahl der Anfragen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – sie hat sich seit der Corona-Pandemie mehr als verdoppelt.

Auch der Jahresbericht des Antidiskriminierungsbüros Sachsen zeigt: Diskriminierung passiert oft im Arbeitsleben. Etwa jeder dritte Fall spielt sich im Job ab. Zudem suchen immer mehr Menschen mit Behinderungen Hilfe – sie machen inzwischen rund ein Drittel der Ratsuchenden aus.

Janek Lassau vom Antidiskriminierungsbüro Sachsen berichtet aus der Praxis, dass besonders die Online-Beratung an Bedeutung gewinnt. Sie ermöglicht es Betroffenen, niedrigschwellig Hilfe zu bekommen – etwa ohne persönliche Termine oder Zeitdruck.

Sachsen gilt bundesweit als Vorreiter in der Antidiskriminierungsarbeit. Dennoch zeigt sich: Die Angebote erreichen bisher vor allem Menschen in den Städten. Im ländlichen Raum besteht weiterhin Ausbau-Bedarf.

Auch politisch ist klar: Die bestehenden Strukturen sollen weiter gestärkt werden. Gleichzeitig bleibt eine Herausforderung bestehen: Betroffene müssen oft selbst aktiv werden, um Unterstützung zu erhalten. Viele Fälle werden zudem gar nicht erst gemeldet.

Die neue Vereinbarung soll die Beratung weiter ausbauen und besser erreichbar machen. Wie stark sich das im Alltag auswirkt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.