Fünf neue Lotto-Millionäre in Sachsen, mehr als 160 Millionen Euro an Gewinnen – und dennoch ein Umsatzminus. Sachsenlotto hat in Leipzig die Bilanz für 2025 vorgestellt.
Die Spieleinsätze beliefen sich im vergangenen Jahr auf rund 332 Millionen Euro. Das sind etwa drei Prozent weniger als 2024. Grund dafür seien fehlende längere Jackpot-Phasen bei den klassischen Lotterien. Hohe Jackpots über mehrere Wochen hinweg sorgen erfahrungsgemäß für zusätzliche Spielbeteiligung – dieser Effekt blieb 2025 weitgehend aus.
„Wir haben fünf Millionäre in Sachsen gemacht … und etwas mehr als 160 Millionen an Gewinne ausgeschüttet“, sagte Geschäftsführer Frank Schwarz bei der Pressekonferenz. Gleichzeitig räumte er ein: „Wir sind im Umsatz ein Stückchen zurückgegangen.“
Trotz rückläufiger Spieleinsätze bleibt die finanzielle Bedeutung des staatlichen Lottos für Sachsen hoch. Insgesamt flossen 122 Millionen Euro in den Landeshaushalt – als Lotteriesteuer und Reinerträge. Diese Mittel kommen unter anderem Sportvereinen, Musikschulen, Kulturprojekten und Umweltmaßnahmen zugute.
„Das Ziel von Landeslotterien ist Gemeinwohlfinanzierung“, betonte Schwarz. Es gebe „kein anderes und höherrangiges Ziel“.
Der Klassiker „6 aus 49“ bleibt mit rund 155 Millionen Euro Umsatz weiterhin das stärkste Produkt und macht fast die Hälfte der Spieleinsätze aus.
Während die Umsätze insgesamt leicht sanken, wächst der digitale Bereich. Die Einsätze über Website und App stiegen auf rund 46,7 Millionen Euro.Besonders dynamisch entwickelt sich die App-Nutzung.
Michael Kunze, der bei Sachsenlotto neue digitale Angebote verantwortet, sieht darin eine strategische Notwendigkeit. „Wir sind auf der Suche nach einer neuen, nachwachsenden Zielgruppe“, sagte er mit Blick auf sogenannte „Casual Gamer“.
Mit sogenannten Instant-Win-Games reagiert das Unternehmen auf veränderte Spielgewohnheiten – schnelle, digitale Angebote mit unmittelbarer Gewinnentscheidung. Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass Online-Spiele nur mit Registrierung möglich sind und Einsatzlimits gelten.
Trotz wachsender Online-Anteile entstehen rund 70 Prozent der Umsätze weiterhin in den 1.226 Annahmestellen im Freistaat Doch gerade im ländlichen Raum wird es zunehmend schwieriger, neue Verkaufsstellen zu betreiben – häufig fehlt Personal im Einzelhandel.
Als Reaktion hat Sachsenlotto ein Selbstbedienungsterminal entwickelt. Es funktioniert ähnlich wie ein Bestellterminal im Schnellrestaurant, ermöglicht jedoch die Abgabe von Lotterietipps.
Simone Epperlein, Leiterin im Bereich Key Account Management, erläuterte: „Wir haben die Möglichkeit, diese Geräte im ländlichen Raum aufzustellen, wo es keinen Einzelhandel mehr gibt und wir auch unserem Versorgungsauftrag so nachkommen können.“
Die Terminals können auch außerhalb klassischer Annahmestellen stehen – etwa in geschlossenen, zugänglichen Räumen.
Sachsenlotto steht damit vor einer doppelten Herausforderung: Das Unternehmen muss auf verändertes Konsumverhalten reagieren und digitale Angebote ausbauen. Gleichzeitig bleibt der staatliche Auftrag bestehen, verantwortungsvolles Spielen sicherzustellen und stabile Einnahmen für das Gemeinwohl zu generieren.
Der Umsatzrückgang 2025 zeigt, wie stark das Geschäft von äußeren Faktoren wie Jackpot-Entwicklungen abhängt. Ob neue Online-Angebote und zusätzliche Vertriebswege im ländlichen Raum diesen Rückgang künftig ausgleichen können, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.
Fest steht: Das staatliche Lotto befindet sich im Wandel – zwischen Tradition, Digitalisierung und öffentlicher Verantwortung.