Ein Schulprojekt zum Thema „Mut“ hat in Schleife für Schlagzeilen gesorgt. Nun wurde der Fall im Sächsischen Landtag diskutiert – Sachsen Fernsehen war vor Ort.
Mitte März war an der Deutsch-Sorbischen Oberschule in Schleife während einer Projektwoche ein Heft mit möglicherweise pornografischem Material aufgetaucht. Die Schule brach das Projekt noch am ersten Tag ab, Eltern beschwerten sich, es folgten Strafanzeigen. In der Aktuellen Stunde des Sächsischen Landtags wurde nun über den Umgang mit externen Projektpartnern an Schulen debattiert. Beantragt hatte die Debatte die AfD.
Sachsens Kultusminister Conrad Clemens bezeichnete den Vorfall im Interview mit Sachsen Fernsehen als „bedauerlichen Einzelfall“. Gleichzeitig stellte er klar, dass externe Partner weiter eine Rolle an Schulen spielen sollen – etwa bei Prävention, Sport oder anderen Projekten. Man müsse aber genauer hinschauen, ob Angebote gut vorbereitet seien. Nach Angaben des Ministers werden in Sachsen rund 11.000 Verträge mit externen Partnern geschlossen. Die betroffene Schule habe richtig reagiert, die Projektpartner seien nicht mehr tätig.
Auch aus den Fraktionen kam Kritik am Vorfall – allerdings mit unterschiedlicher Bewertung. Während die AfD stärkere Kontrollen und Konsequenzen forderte, warnten andere Fraktionen davor, externe Schulprojekte grundsätzlich infrage zu stellen. Aus der SPD hieß es, gerade angesichts von Unterrichtsausfall könnten externe Partner Schulen sinnvoll unterstützen. Auch die Linke sprach von einem bedauerlichen Vorfall, kritisierte aber eine politische Skandalisierung des Falls.
Clemens kündigte an, Schulleitungen im Umgang mit externen Anbietern weiter zu sensibilisieren. Dabei soll es unter anderem darum gehen, Projektinhalte, pädagogische Qualität und Schutzkonzepte noch genauer zu prüfen. Ziel sei es, Vertrauen wiederherzustellen – ohne die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern pauschal zu beenden.