Die wirtschaftliche Lage ist angespannt: Viele Leipziger Unternehmen kämpfen mit steigenden Kosten, zurückhaltenden Aufträgen und anhaltender Unsicherheit. Beim Neujahrsempfang des Wirtschaftsvereins Gemeinsam für Leipzig e.V. wurde dennoch ein bewusstes Zeichen gesetzt.
Mit der „Leipziger Lerche“ ging die Auszeichnung in diesem Jahr an Uni-Rektorin Prof. Dr. Eva Inés Obergfell. Geehrt wurde sie unter anderem für den Erfolg der Universität Leipzig im Exzellenzwettbewerb und für ihren Kurs, Wissenschaft und Wirtschaft enger miteinander zu verzahnen. Obergfell betonte, wie wichtig Sichtbarkeit, Netzwerke und der Transfer von Forschung in die Praxis seien – auch mit Blick auf tausende Absolventen, die jedes Jahr in den Arbeitsmarkt starten.
Vertreter aus Wirtschaft und Politik beschrieben die aktuelle Situation offen als strukturelle Krise. Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter verwies zugleich auf die Innovationskraft des Standorts – von klassischem Maschinenbau bis hin zu Zukunftsfeldern wie Biotechnologie, Mikroelektronik und Künstlicher Intelligenz. Zugleich fordern Unternehmer spürbare Entlastungen, vor allem beim Bürokratieabbau und bei den Rahmenbedingungen für Investitionen.
Neben Sorgen war an diesem Abend aber auch vorsichtiger Optimismus spürbar – insbesondere bei jungen Unternehmerinnen und Gründern, die auf Netzwerke, Zusammenarbeit und konkrete Lösungen setzen.
Der Neujahrsempfang machte deutlich: Wissenschaft soll Impulse geben, Wirtschaft Umsetzungskraft liefern – und gemeinsam soll Leipzig den Weg aus der Krise finden. Ob daraus neue Arbeitsplätze und nachhaltiger Aufschwung entstehen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.