Chemnitz- Noch ein paar Monate – dann beginnt für diese Kinder der Ernst des Lebens. Doch bevor Mathehefte und Stundenpläne den Alltag bestimmen, wurde auf der Küchwaldbühne erst einmal gefeiert. Über 1000 angehende Schulanfänger aus 52 Chemnitzer Kindergärten kamen heute zum großen Zuckertütenfest zusammen.
Mit Musik, Theater und jeder Menge Mitmachaktionen lernten die Kinder spielerisch, wie sie sicher durch den Straßenverkehr kommen. Sachsens Kultusminister Conrad Clemens sieht darin eine wichtige Vorbereitung auf einen neuen Lebensabschnitt. Denn gerade der tägliche Schulweg wird für viele Kinder zur ersten großen Herausforderung im Straßenverkehr. Besonders morgens vor Schulen entstehen dabei immer wieder gefährliche Situationen. Nicht nur durch volle Straßen oder unübersichtliche Kreuzungen — sondern auch durch sogenannte Elterntaxis. Wenn Eltern direkt vor dem Schultor halten oder wenden, wird es für Kinder oft hektisch und unübersichtlich. Der ADAC Sachsen begleitet die Verkehrserziehung deshalb seit Jahren mit verschiedenen Präventionsprojekten. Für den Vorsitzenden des ADAC Sachsen, Klaus Klötzner, ist die Arbeit mit Kindern dabei ein wichtiger Bestandteil der Verkehrssicherheit im Freistaat.
Gemeinsam mit Polizei und Schulen setzt der ADAC dabei unter anderem auf Aktionen wie „Blitz für Kids“, bei denen Kinder selbst Teil der Verkehrsprävention werden. Verkehrserziehung beginne dabei schon lange vor der ersten Unterrichtsstunde, so Clemens. Genau das solle die Veranstaltung vermitteln – mit Spaß statt erhobenem Zeigefinger.
Organisiert wird das Fest gemeinsam von Polizei, Verkehrswacht, ADAC, Johannitern und der Stadt Chemnitz. Für Chemnitz’ Finanzbürgermeister Ralph Burghart sendet die Veranstaltung auch ein wichtiges Signal an Familien. Besonders wichtig sei dabei aber auch die Rolle der Eltern. Kinder müssten lernen, Gefahren richtig einzuschätzen – und Erwachsene sollten dabei Vorbild sein, sagt Klötzner. Neben allen wichtigen Botschaften kam natürlich auch die Freude nicht zu kurz. Zum Abschluss wartete auf jedes Kind sogar noch eine eigene Zuckertüte. Und genau diese Mischung aus Emotion, Gemeinschaft und Lernen macht das Fest für viele Beteiligte so besonders.
Für die Kinder bleibt am Ende ein aufregender Vormittag voller Musik, Abenteuer und großer Vorfreude auf die Schule. Für die Veranstalter bleibt die Hoffnung, dass von diesem Tag vor allem eines mitgenommen wird: Aufmerksamkeit – für einen sicheren Schulweg und einen guten Start ins Leben. Das Chemnitzer Zuckertütenfest fand heute bereits zum vierten Mal statt – und vieles spricht dafür, dass daraus längst eine feste Tradition geworden ist.