Fr., 25.09.2026 , 17:57 Uhr

Tag des Deutschen Butterbrotes

So isst Leipzig seine perfekte Schnitte

Was gehört aufs perfekte Butterbrot? In Leipzig treffen Brottradition, neue Vorlieben und ganz persönliche Beläge aufeinander.

Wurst, Käse, vegane Alternative oder einfach nur Butter mit etwas Salz: Bei der Frage nach dem perfekten Butterbrot gehen die Meinungen schnell auseinander. Dabei klingt das Gericht zunächst denkbar einfach.

Zum Tag des Deutschen Butterbrotes am 25. September haben wir deshalb in Leipzig dort angefangen, wo jede Stulle ihren Ursprung hat: beim Brot.

Der Aktionstag wird seit 1999 am letzten Freitag im September begangen. Ursprünglich wurde er von der damaligen Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft ins Leben gerufen. Die Organisation existiert seit 2009 nicht mehr, der Tag des Deutschen Butterbrotes wird dennoch weiter aufgegriffen. 2026 fällt er auf den 25. September.

Was macht ein gutes Brot aus?

In der Ersten Leipziger Brotschule treffen wir Max Lampe. Der 20-Jährige ist seit diesem Jahr Bäckergeselle und gehört gemeinsam mit seinem Bruder zur siebten Generation der Bäckerei Lampe.

Für ihn beginnt gutes Brot lange vor dem Backofen. „Also ’n wirklich gutes Brot für mich macht, ähm, vor allem ’ne lange Teigruhe aus“, sagt Lampe.

Sauerteig bezeichnet er als das „Herz vom Brot“. Auch regionale Rohstoffe und lange Reifezeiten spielten für den Geschmack eine wichtige Rolle.

Deutschland bietet dabei eine ungewöhnlich große Auswahl. Im Deutschen Brotregister des Deutschen Brotinstituts sind aktuell 3.232 anerkannte Brotspezialitäten verzeichnet. Die deutsche Brotkultur wurde 2014 außerdem in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Zum Brot des Jahres 2026 hat das Deutsche Brotinstitut das Roggenbrot gewählt.

Dinkel und Sauerteig sind gefragt

Was im Register steht, muss allerdings nicht automatisch das sein, was in einer Leipziger Bäckerei besonders oft über den Tresen geht. In der Brotschule sei derzeit unter anderem ein reines Dinkelbrot gefragt, erzählt Lampe.
„Generell alle Produkte mit Sauerteig, da fragen auch viele Kunden danach“, sagt der Bäckergeselle. Auch Dinkel komme bei vielen gut an.

Gleichzeitig beobachtet der 20-Jährige Unterschiede zwischen den Generationen. Gerade bei Jüngeren seien eher französisch geprägte Backwaren gefragt. „Ob’s ’n Croissant ist oder grade natürlich auch Baguettes mit so ’ner schönen knusprigen Kruste. Das ist sehr gefragt bei meiner Generation, weniger so das klassische Mischbrot.“

Vielleicht liegt genau darin der Reiz des Butterbrotes: Seine Grundlage ist einfach, die Varianten sind es nicht. Zwischen Roggenbrot, Dinkel, Körnern, Wurst, Käse und pflanzlichen Alternativen gibt es keine allgemeingültige Formel.

Der Tag des Deutschen Butterbrotes erinnert damit nicht nur an einen alten Aktionstag. Er zeigt auch, wie sich Essgewohnheiten verändern können, während ein alltägliches Lebensmittel trotzdem seinen Platz behält. Ob Schnitte, Stulle oder Bemme: Was darauf gehört, bleibt in Leipzig am Ende vor allem Geschmackssache.