So., 18.01.2026 , 12:00 Uhr

Rund 3.000 Menschen demonstrieren zum Nahost-Konflikt

SO verlief der Demo-Tag in Leipzig

Ein ungewöhnlicher Demo-Tag in Leipzig: Mehrere linke Gruppen demonstrierten mit unterschiedlichen Positionen zum Nahost-Konflikt. Auf einem propalästinensischen Zug kam es zu israelfeindlichen Parolen.

Nach Polizeiangaben beteiligten sich am Samstag rund 3.000 Menschen an den verschiedenen Versammlungen in Leipzig. Unter Mottos wie „Kein Frieden mit AntisemitInnen“ und „All Connewitzer are beautiful“ demonstrierten Gruppen gegen Antisemitismus und Faschismus. Parallel dazu fand eine propalästinensische Kundgebung unter dem Titel „Antifa bedeutet: Free Palästina“ statt.

Der propalästinensische Demonstrationszug setzte sich am frühen Nachmittag in Bewegung und lief in Richtung Innenstadt. Auf der Karl-Liebknecht-Straße und später auf dem Peterssteinweg wurden offen israelfeindliche Parolen skandiert. Zu hören waren unter anderem Rufe wie „Nieder mit den Zionisten“ und „Free Palästina“. Von einem Lautsprecherwagen rief eine Sprecherin: „Wir sind lauter, wir sind stärker und wir werden nicht aufhören, bis Palästina frei ist.“

Die Polizei begleitete den Zug mit starken Kräften. Nach Reporterangaben wurde zwischenzeitlich Pyrotechnik gezündet. Zudem griffen Beamte wegen Verstößen gegen das Vermummungsverbot ein und zogen mehrere vermummte Personen aus der Versammlung. Festnahmen gab es laut Polizei nicht.

Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) war selbst vor Ort und machte sich ein Bild von der Lage. Mit Blick auf die Ereignisse warnte er vor linksextremistischen Tendenzen.

Ein angekündigter Demonstrationszug der rechtsextremen Gruppierung „Freie Sachsen“ kam nach Polizeiangaben mangels Teilnehmern nicht zustande. Am frühen Abend fand auf dem Augustusplatz die Abschlusskundgebung statt. Danach lösten sich die Versammlungen auf. Auch der Verkehr am Connewitzer Kreuz wurde wieder freigegeben.