Fr., 15.05.2026 , 15:01 Uhr

Was macht der Irankrieg mit der Urlaubsplanung?

Steigende Flugpreise, unsichere Routen und neue Reiseziele: Leipziger Reisebüros unter Druck

Pfingsten steht bevor und damit beginnt für viele Menschen in Leipzig die Reisesaison. Doch steigende Ölpreise, höhere Kerosinzuschläge und unsichere Flugrouten durch den Irankrieg setzen die Reisebranche unter Druck.

Michael Riebel, Geschäftsführer von Siamar Reisen am Johannisplatz, beobachtet vor allem bei Neubuchungen Veränderungen. „Kunden, die schon Reisen gebucht haben, auch Flugreisen schon gebucht haben, sind davon in der Regel nicht betroffen. Aber wer jetzt neu bucht, hat mit höheren Kerosinzuschlägen zu rechnen“, sagt Riebel.

Auch Kristin Fügmann, Inhaberin des Reisebüros im Musikviertel, bestätigt gestiegene Preise. Flugpreise hätten sich sowohl bei Pauschalreisen als auch bei reinen Flugbuchungen erhöht.

Besonders Fernreisen Richtung Asien werden nach Einschätzung von Riebel genauer hinterfragt. Viele Verbindungen laufen über Drehkreuze in der Golfregion. Einige Kunden hätten Sorge, dort im Krisenfall festzusitzen. Stattdessen würden manche auf andere Ziele ausweichen, etwa nach Mexiko, Amerika oder Afrika.

Bei Kristin Fügmann zeigt sich die Unsicherheit zurückhaltender. Einzelne Kunden fragten zwar, ob Reisen nach Griechenland, in die Türkei oder nach Ägypten noch unproblematisch seien. Größere Verschiebungen sieht sie für den Sommer aber nicht. Anders sei es bei Herbst- und Winterreisen: Dort würden Airlines, die über den Nahen Osten fliegen, häufiger gemieden.

Gleichzeitig rücken nähere Ziele wieder stärker in den Fokus. Gefragt seien etwa die Ostsee, Deutschland oder Südtirol, also Regionen, die mit dem Auto erreichbar sind.

Auffällig ist außerdem: Das Reisebüro gewinnt wieder an Bedeutung. Verunsicherte Reisende suchen häufiger persönliche Beratung. Laut Fügmann kommen Kunden jeden Alters ins Reisebüro, um sich Zeit bei der Onlinerecherche zu sparen. Auch Riebel beobachtet, dass zunehmend junge Menschen und Familien Beratung suchen.

Die Nahost-Krise stoppt die Leipziger Reiselust also nicht, aber sie verändert die Planung. Viele Urlauber buchen bewusster, prüfen Flugrouten genauer und wägen stärker ab. 2026 zählt nicht nur das Reiseziel, sondern auch, wie sicher und bezahlbar der Weg dorthin ist.