Fr., 27.02.2026 , 16:40 Uhr

Bereits am 2. Februar hatte ein Warnstreik Sachsen zumindest im Nahverkehr weitgehend stillgelegt.

Stillstand bei Bus und Bahn - Tarifstreit legt Sachsens Nahverkehr lahm

Chemnitz- Pendlerinnen und Pendler brauchten am Freitag starke Nerven: In weiten Teilen Sachsens stehen Busse und Straßenbahnen erneut in den Depots. Der Tarifkonflikt im Nahverkehr spitzt sich zu – Beschäftigte fordern Entlastung, Arbeitgeber warnen vor finanziellen Grenzen. Für Fahrgäste bedeutet das vor allem viel Geduld.

Erneuter Stillstand im öffentlichen Nahverkehr in Sachsen. Hintergrund des Streiks sind die bisher ergebnislos gebliebenen Verhandlungen zum Tarifvertrag Nahverkehr Sachsen. Verdi fordert vor allem Entlastungen bei den Arbeitszeiten, längere Ruhezeiten sowie bessere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Bereits am 2. Februar hatte ein Warnstreik Sachsen zumindest im Nahverkehr weitgehend stillgelegt.

Das betreffe aus Sicht von Jens Meiwald, Verhandlungsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbands (KAV) Sachsen, vor allem die Fahrgäste. Das bedaure man zutiefst. Außerdem treffe der Streik nicht auf prall gefüllte Konten, die die entstehenden Kosten einfach kompensieren könnten. Eine Problematik, die auch Max Stryczek bekannt ist. Der Gewerkschaftssekretär hat den Warnstreik in Chemnitz organisiert und gemeinsam mit Mitgliedern der Gewerkschaft dafür gesorgt, dass kein Bus das Betriebsgelände verlässt. Aus Sicht des Gewerkschafters sei das alles nicht optimal – allerdings seien die Mittel, die für den Arbeitskampf zur Verfügung stehen, begrenzt.

Die Forderungen im öffentlichen Nahverkehr müssen bezahlt werden – und zwar aus Kassen, die im besten Fall nur leer sind. Die Stadt Chemnitz bezuschusst die Chemnitzer Verkehrsbetriebe jedes Jahr in Millionenhöhe. Daran würde sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern. Denn man könne die Mehrausgaben nicht durch eine Ticketpreiserhöhung abfedern. Das liege an den vielen Förderprogrammen im Nahverkehr und sorge aus Sicht von Jens Meiwald dafür, dass in Kassen gegriffen werden müsse, die eigentlich schon leer seien. Dinge, die auch Gewerkschaftssekretär Max Stryczek bekannt sind. Doch es könne nicht sein, dass seine Gewerkschaftsmitglieder für die kommunalen Kassen zurückstecken müssten. An dieser Stelle sei der Bund gefragt, der das Geld an anderer Stelle auftreiben müsse – am besten bei denen, die wohl situiert sind. Dass der Bund eine Reichensteuer bis zum 9. März einführt, darf allerdings bezweifelt werden.

Und so dürften bei einem Vertragsabschluss in der nächsten Verhandlungsrunde am 9. März wieder die klammen kommunalen Kassen bemüht werden. Falls sich die Parteien nicht einigen, würde der Arbeitskampf weiter fortgesetzt. Zu den Mitteln schweigt sich Gewerkschaftssekretär Max Stryczek im Interview mit Sachsen Fernsehen zunächst aus. Man habe aber sicher viele kreative Ideen, um den Arbeitskampf auch in der nächsten Runde beinhart zu führen.