Pendler sahen sich gezwungen, umzudisponieren: Viele suchten Alternativen zu den ausgefallenen Straßenbahnen, fuhren mit dem Auto oder Rad – oder quetschten sich in überfüllte S-Bahnen und Regionalzüge, wie vor Ort beobachtet wurde.
LVB-Pressesprecher Marc Backhaus erklärt, dass ein Notfallfahrplan mit einem 20-Minuten-Takt auf einigen Linien versucht werde. Trotz dieser Maßnahmen komme es zu erheblichen Lücken im Angebot. Hintergrund des Arbeitskampfs ist eine gescheiterte Tarifrunde zum Manteltarifvertrag Nahverkehr Sachsen. Verdi verlangt unter anderem eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich sowie den Erhalt bestehender tariflicher Leistungen.
Straßenbahnfahrer Jonas Georgi, einer der Streikenden, beschreibt den Konflikt aus Sicht der Beschäftigten: Es gehe um verlässliche Arbeitszeiten und soziale Absicherung, die seiner Ansicht nach durch geplante Änderungen gefährdet seien. Eine zentrale Sorge sei zudem, dass längere Arbeitszeiten und Sparmaßnahmen zu Personalabbau führen könnten – ein Widerspruch zur Verkehrswende.
Beide Seiten bereiten sich nun auf eine Fortsetzung der Gespräche am Mittwoch vor. Bis dahin bleibt Leipzig im Ausnahmezustand. Für viele Pendler zählt vor allem eines: dass der Nahverkehr bald wieder regulär läuft.