Di., 11.11.2025 , 12:27 Uhr

Leipzig

Strompreise auf Rekordniveau – 85-Jährige zeigt, dass sich der Wechsel lohnt

Deutschland gehört bei den Strompreisen zur absoluten Spitze in Europa. Rund 40 Cent pro Kilowattstunde zahlen private Haushalte im Schnitt – Tendenz weiter hoch. Doch wer vergleicht und wechselt, kann bares Geld sparen. Dass das einfacher ist, als viele denken, zeigt eine Leipzigerin eindrucksvoll.

Der Selbsttest: Helga Klippel wagt den Wechsel

Helga Klippel ist 85 Jahre alt, lebt in Leipzig und gilt in ihrer Familie als technikaffin. Monatlich zahlt sie 58 Euro für Strom – bisher ohne je den Anbieter zu wechseln. „Ich war immer bei den Stadtwerken. Ich dachte, das läuft schon so“, erzählt sie. Doch dann beschließt sie, es selbst auszuprobieren – und sucht online nach günstigeren Tarifen.

Nach wenigen Klicks ist sie überrascht: „Ich habe es mir schlimmer vorgestellt. Es war übersichtlich und nachvollziehbar. Keine Fragen, bei denen ich kapitulieren musste.“ Nur mit ihrer Zählernummer bewaffnet, schließt Helga einen neuen Vertrag ab – in weniger als zehn Minuten.

Warum Strom in Deutschland so teuer ist

Laut Energieexpertin Jasmin Schwarz liegt der Preis vor allem an den hohen Netzentgelten, Abgaben und Steuern. „Der Grundversorger ist meist der teuerste Anbieter. Laut einer Verivox-Analyse zahlen Deutsche jährlich rund 5,5 Milliarden Euro zu viel – nur, weil sie ihren Tarif nie wechseln“, sagt sie.

Ein fairer Preis liege aktuell bei etwa 30 Cent pro Kilowattstunde. Wer deutlich mehr bezahlt, sollte seinen Vertrag prüfen. Denn viele Grundversorger verlangen deutlich höhere Arbeitspreise.

Zwischen Lockangebot und Serviceversprechen

Beim Online-Vergleich stößt Helga schnell auf auffällig günstige Tarife – doch nicht alle sind langfristig vorteilhaft. „Das sind so Fänger“, sagt sie. Viele Vergleichsportale arbeiten mit Provisionen, was die Angebotsdarstellung beeinflussen kann. Transparenzhinweise und Bewertungen helfen, seriöse Anbieter zu erkennen.

Der Leipziger Anbieter Octopus Energy setzt dagegen auf Nähe und Service. LaShaun Siliberto aus dem Kundenservice erklärt: „Wir leben den Gedanken von Customer Love. Wir hören zu, reagieren schnell – und behandeln unsere Kundinnen und Kunden wie Menschen, nicht wie Aktennummern.“

Der Wechsel: Schnell, einfach, lohnend

Ein Anbieterwechsel dauert oft nur wenige Minuten. Die wichtigsten Infos: Zählernummer, aktueller Verbrauch, Kontodaten. Alles Weitere – inklusive Kündigung beim alten Anbieter – übernimmt in der Regel der neue Versorger.

Helgas Fazit fällt eindeutig aus: „Ihr braucht keine Angst zu haben. Es ist einfach zu wechseln. Zahlen prüfen, Formular ausfüllen – fertig.“

Politik und Ausblick

Ab 2026 sollen die Netzentgelte sinken, was die Strompreise leicht entlasten könnte. Doch bis dahin bleibt der einfachste Hebel der eigene Tarifcheck.

Ob jung oder alt – wer regelmäßig vergleicht, spart bares Geld. Helga Klippel hat es vorgemacht: ein paar Klicks, ein bisschen Mut – und schon bleibt mehr im Portemonnaie.