Fr., 20.03.2026 , 17:03 Uhr

Aufklärungstalk mit Leipziger Tätowiererin Luise

Tattoo-Klischees im Check: Ist Tattoofarbe gesundheitsschädlich?

Tattoos sind längst im Alltag angekommen. Fast jeder fünfte Deutsche trägt inzwischen eines. Trotzdem halten sich viele Klischees hartnäckig – von „ungefährlich“ bis „kann doch jeder“. Doch was stimmt wirklich? Wir haben mit Tätowiererin Luise aus Leipzig gesprochen und die wichtigsten Fragen geklärt.

Tattoos sind nicht risikofrei

Ein Tattoo ist medizinisch betrachtet immer eine Verletzung der Haut. „Tätowierungen sind immer Körperverletzungen. Es entsteht eine Wunde“, erklärt Luise. Auch offizielle Stellen wie das Bundesinstitut für Risikobewertung bestätigen: Infektionen, allergische Reaktionen oder Narbenbildung können auftreten. Ganz ohne Risiko ist Tätowieren also nicht.

Was passiert eigentlich mit der Farbe im Körper?

Studien zeigen, dass Farbpartikel nicht nur in der Haut bleiben. Sie können sich im Körper verteilen und sich zum Beispiel in Lymphknoten anreichern. Welche langfristigen Auswirkungen das hat, wird derzeit noch erforscht.

Ein weit verbreitetes Klischee: Tattoo-Farbe sei immer gleich. Doch genau hier gibt es Unterschiede. „Am sichersten ist die Farbe Schwarz, weil sie am besten untersucht ist“, sagt Luise. Bei bunten Tattoos steigt das Risiko: „Ein großes Risiko herrscht bei der Farbe Rot. Darauf gibt es die meisten allergischen Reaktionen.“ Grund dafür sind unter anderem Metalle und Zusatzstoffe in den Farben. Je mehr Inhaltsstoffe, desto größer die Wahrscheinlichkeit für Reaktionen.

Nicht jede Haut ist geeignet

Verantwortungsbewusste Tätowierer lehnen bestimmte Stellen bewusst ab. Muttermale oder auffällige Hautveränderungen werden nicht tätowiert, da sich mögliche Veränderungen später schlechter erkennen lassen.

Tätowieren kann nicht jeder

Zwar kann theoretisch jeder tätowieren lernen – gutes Tätowieren ist aber eine andere Sache. Neben zeichnerischem Talent braucht es vor allem Präzision und ein gutes Hygieneverständnis. Gerade einfache Motive wie Linien oder Kreise sind oft die größte Herausforderung.

Warum Tattoos ihren Preis haben

Viele unterschätzen den Aufwand hinter einem Tattoo. Von der Beratung über den Entwurf bis zur Nacharbeit steckt viel Zeit und Material dahinter. „Allein das Material kostet schon um die 50 Euro“, so Luise.

Und tut es weh?

Kurz gesagt: Ja. „Es ist eine Nadel, die tausende Male in die Haut sticht.“

Fazit

Viele Tattoo-Klischees halten sich hartnäckig – einige sind übertrieben, andere haben einen wahren Kern. Klar ist: Ein gutes Tattoo beginnt nicht mit der Nadel, sondern mit Aufklärung und Verantwortung.