Ein Tattoo ist medizinisch betrachtet immer eine Verletzung der Haut. „Tätowierungen sind immer Körperverletzungen. Es entsteht eine Wunde“, erklärt Luise. Auch offizielle Stellen wie das Bundesinstitut für Risikobewertung bestätigen: Infektionen, allergische Reaktionen oder Narbenbildung können auftreten. Ganz ohne Risiko ist Tätowieren also nicht.
Studien zeigen, dass Farbpartikel nicht nur in der Haut bleiben. Sie können sich im Körper verteilen und sich zum Beispiel in Lymphknoten anreichern. Welche langfristigen Auswirkungen das hat, wird derzeit noch erforscht.
Ein weit verbreitetes Klischee: Tattoo-Farbe sei immer gleich. Doch genau hier gibt es Unterschiede. „Am sichersten ist die Farbe Schwarz, weil sie am besten untersucht ist“, sagt Luise. Bei bunten Tattoos steigt das Risiko: „Ein großes Risiko herrscht bei der Farbe Rot. Darauf gibt es die meisten allergischen Reaktionen.“ Grund dafür sind unter anderem Metalle und Zusatzstoffe in den Farben. Je mehr Inhaltsstoffe, desto größer die Wahrscheinlichkeit für Reaktionen.
Verantwortungsbewusste Tätowierer lehnen bestimmte Stellen bewusst ab. Muttermale oder auffällige Hautveränderungen werden nicht tätowiert, da sich mögliche Veränderungen später schlechter erkennen lassen.
Zwar kann theoretisch jeder tätowieren lernen – gutes Tätowieren ist aber eine andere Sache. Neben zeichnerischem Talent braucht es vor allem Präzision und ein gutes Hygieneverständnis. Gerade einfache Motive wie Linien oder Kreise sind oft die größte Herausforderung.
Viele unterschätzen den Aufwand hinter einem Tattoo. Von der Beratung über den Entwurf bis zur Nacharbeit steckt viel Zeit und Material dahinter. „Allein das Material kostet schon um die 50 Euro“, so Luise.
Kurz gesagt: Ja. „Es ist eine Nadel, die tausende Male in die Haut sticht.“
Viele Tattoo-Klischees halten sich hartnäckig – einige sind übertrieben, andere haben einen wahren Kern. Klar ist: Ein gutes Tattoo beginnt nicht mit der Nadel, sondern mit Aufklärung und Verantwortung.