Zwickau- Dem Volkswagen-Werk in Zwickau droht offenbar die nächste Hiobsbotschaft. Medienberichten zufolge will Konzernchef Oliver Blume den Sparkurs deutlich verschärfen. Bis zu 100.000 Arbeitsplätze könnten weltweit wegfallen – doppelt so viele wie bislang geplant.
Außerdem sollen vier deutsche Werke mittelfristig vor dem Aus stehen. Neben Hannover, Emden und dem Audi-Standort Neckarsulm wird auch das Werk in Zwickau genannt. Offiziell bestätigt sind diese Pläne bislang nicht.
Für die Region Südwestsachsen wäre eine Schließung ein schwerer Schlag. Am Standort Zwickau arbeiten rund 8.000 Menschen, hinzu kommen zahlreiche Arbeitsplätze bei Zulieferern – auch in Chemnitz und der Region. Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter kündigte bereits Widerstand an. Man werde um das Werk und die Arbeitsplätze kämpfen. Das Werk in Zwickau sei der produktivste und innovativste Standort des Konzerns in der Fahrzeugproduktion.
Auch Ministerpräsident Michael Kretschmer zeigte sich besorgt. Volkswagen gehöre zum Markenkern Deutschlands. Eine Schließung des Werks dürfe sich nicht realisieren. Scharfe Kritik kommt außerdem von der IG Metall und dem VW-Betriebsrat. Sollten die Pläne umgesetzt werden, werde man sie mit aller Macht verhindern, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Berichte sorgten bereits jetzt für große Verunsicherung in der Belegschaft.
Volkswagen selbst bestätigt zwar, an einem Zukunftsplan für den Konzern zu arbeiten. Zu möglichen Werksschließungen oder weiteren Stellenstreichungen äußert sich das Unternehmen jedoch nicht. Über das weitere Vorgehen soll der Aufsichtsrat Anfang Juli beraten.