Mo., 27.04.2026 , 17:57 Uhr

Der Ansturm auf seine Toilette kostet Max Querner nicht nur einige Nerven, sondern auch spürbar Geld.

Toiletten-Ärger in Chemnitz: Ein teurer Griff ins Klo?

Chemnitz- Eigentlich sollte sie für Entlastung sorgen – doch in Chemnitz wird eine öffentliche Toilette zum Problemfall. Immer wieder außer Betrieb, dafür umso mehr Betrieb nebenan. Für einen Bistrobetreiber wird das Ganze zunehmend zum Ärgernis – und für die Stadt womöglich zu einem ziemlich teuren Griff ins Klo.

Was eigentlich als Entlastung gedacht war, wird selbst zum Problem. Direkt neben der Küchwaldwiese steht sie: eine öffentliche Toilette: modern, teuer - und vor allem eins: meistens außer Betrieb. Dabei scheint der Bedarf eindeutig. Sobald die Temperaturen steigen, füllt sich die Wiese. Menschen kommen zusammen, grillen, trinken, genießen den Feierabend.
Die Stimmung ist entspannt – bis sich eine ganz praktische Frage stellt: Wohin, wenn’s dringend wird? Und genau da kommt Max Querner ins Spiel, wenn auch nicht freiwillig. Seine Toilette in der Küchwaldschenke ist seit gut einem Jahr die Ausweichlösung für alle, die an der öffentlichen Anlage scheitern.

Der Ansturm auf seine Toilette kostet Max Querner nicht nur einige Nerven, sondern auch spürbar Geld. Neben steigenden Strom- und Wasserkosten wächst vor allem der Reinigungsaufwand erheblich. Die ständige Nutzung bringt ihn dabei immer wieder an seine Grenzen.

Seine pragmatische Lösung: 50 Cent für die Toilettennutzung von Nicht-Gästen. Ein kleiner Betrag, doch nicht jeder ist bereit ihn zu zahlen.

Ausreichend ernst genommen fühlt sich der Bistro-Besitzer jedenfalls nicht. Rund 40 Prozent der Toilettennutzer sind laut Querner keine zahlenden Gäste und drücken damit nicht nur die Klinke, sondern auch aufs Geschäftsmodell. Denn aktuell gilt hier: Viele kommen, aber nicht unbedingt wegen Kaffee oder Kuchen. Stattdessen wird die Toilette zur eigentlichen Hauptattraktion.

Während unserer Dreharbeiten wagte unsere Reporterin den Selbsttest. Der Weg führt über die Küchwaldwiese direkt zur Problemtoilette, ohne große Erwartungen. Doch dann die Überraschung: Nach einem einfachen Tastendruck öffnete sich die Tür reibungslos. Kein Ruckeln, kein Warten, kein Drama. Ausgerechnet in diesem Moment scheint hier alles genau so zu laufen, wie es eigentlich gedacht ist. Ob das reiner Zufall war, das Problem inzwischen behoben wurde oder die Gäste zuvor schlicht vor verschlossener Technik standen, bleibt unklar. Sicher ist nur: Ob die öffentliche Toilette wirklich ihren Job macht, zeigt sich, wenn bei Max Querner mal wieder weniger geputzt werden muss.