Der planmäßige Unterrichtsausfall im ersten Schulhalbjahr ist in Sachsen zurückgegangen. Wie Kultusminister Conrad Clemens am Dienstag mitteilte, sank der Wert um 10,8 Prozent. Insgesamt fiel der Unterrichtsausfall von 3,7 auf 3,3 Prozent. Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang an den Oberschulen, wo statt 8 nur noch 5,9 Prozent der planmäßigen Stunden ausgefallen sind.
Allerdings geht diese Entwicklung nicht ohne Verschiebungen einher. Während die Zahlen an den Oberschulen sinken, ist der Ausfall an Grundschulen gestiegen – von 0,9 auf 1,4 Prozent. Hintergrund sind unter anderem Maßnahmen wie Abordnungen von Lehrkräften, die gezielt an stärker betroffene Schularten versetzt wurden.
Kritik kommt vom Sächsischen Lehrerverband. Landesvorsitzender Michael Jung sieht in den Zahlen keine nachhaltige Verbesserung. Der Rückgang an einer Schulart werde durch Mehrbelastung an anderer Stelle erreicht. Zudem werde Unterrichtsausfall statistisch geschönt, da nicht jede betreute Stunde tatsächlich regulärer Unterricht sei.
Das Kultusministerium plant, die Maßnahmen weiter auszuweiten. Künftig sollen Lehrkräfte noch gezielter in Regionen mit hohem Bedarf – etwa in Ostsachsen oder im Erzgebirge – eingesetzt werden. Gleichzeitig steht auch die Verbeamtung von Lehrkräften zur Debatte: Ab 2030 könnte diese nicht weitergeführt werden. Ob Sachsen mit diesem Vorstoß bundesweit Erfolg hat, bleibt offen.