Dresden – Sachsen kämpft seit Monaten gegen den massiven Unterrichtsausfall an seinen Schulen. Nun zeigt eine erste Auswertung des Maßnahmenpakets deutliche Verbesserungen – vor allem an Oberschulen. Sachsen Fernsehen war vor Ort.
Laut Kultusministerium zeigt die erste Auswertung des Maßnahmenpakets besonders an den Oberschulen eine deutliche Entlastung. Dort ging der planmäßige Unterrichtsausfall spürbar zurück. An Grund- und Berufsschulen steigt der Wert hingegen leicht an, weil Lehrkräfte zur Unterstützung an andere Standorte abgeordnet wurden.
Der Sächsische Lehrerverband bewertet die offizielle Statistik kritisch. Hintergrund ist die Erfassungsmethodik: Stunden gelten nur dann als ausgefallen, wenn sie vollständig entfallen. Betreuung oder fachfremder Unterricht werden nicht als Ausfall gewertet, was aus Sicht des Verbands zu einem verzerrten Bild führen kann.
Parallel dazu bleibt der Lehrkräftemangel ein strukturelles Problem. Laut Ministerium liegt der akute Bedarf bei mehr als 1.100 Stellen. Um die Unterrichtsversorgung zu stabilisieren, setzt Sachsen weiterhin auf Abordnungen – inzwischen mehrere tausend –, teilweise über weite Distanzen hinweg. Auch der hohe Anteil von Teilzeitstellen steht im Fokus der Debatte und soll künftig stärker reguliert werden.
Ob die aktuellen Verbesserungen anhalten und tatsächlich von einer Trendwende gesprochen werden kann, wird sich erst im weiteren Verlauf des Schuljahres zeigen.