Chemnitz- Deutschland gegen die USA hieß es am Freitag! Allerdings nicht in einem großen Stadion in Übersee, sondern in Chemnitz. Gespielt haben dort auch nicht die Nationalmannschaften, sondern Austauschschülerinnen und -schüler aus Fargo im US-Bundesstaat North Dakota und ihre Gastgeber vom Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasium in Chemnitz. Mit von der Partie war auch Oberbürgermeister Sven Schulze.
Für Aaron Gingrich, der den Austausch als Lehrer begleitet, ging es bei dem Fußballspiel um mehr als Tore und Ergebnisse. Viel wichtiger sind für ihn die Erfahrungen, die die Jugendlichen miteinander teilen: neue Kulturen entdecken, voneinander lernen, Freundschaften knüpfen und den eigenen Horizont erweitern.
Auf das Fußballspiel folgte ein Besuch im Chemnitzer Rathaus. Dort stellten die Jugendlichen dem Oberbürgermeister ihre Fragen – eine Situation, die für den Politiker nicht völlig neu war. Bereits vor wenigen Tagen hatte er sich mit einer Schülergruppe aus Argentinien ausgetauscht. In beiden Gesprächsrunden ging es um Demokratie, wenn auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Besonders erstaunt zeigten sich die Gäste aus den USA darüber, dass im Chemnitzer Stadtrat nicht den ganzen Tag gestritten wird.
Lehrer Aaron Gingrich kennt Deutschland bereits seit Jahrzehnten. Schon vor 40 Jahren nahm er selbst an einem Schüleraustausch teil – damals noch in Westdeutschland. Eine Erfahrung, die ihm bis heute in Erinnerung geblieben ist. Fragt man ihn nach der größten Veränderung seitdem, muss er nicht lange überlegen: die deutsche Wiedervereinigung.
Zum Abschied gab es für Oberbürgermeister Sven Schulze noch ein besonderes Geschenk. Die Austauschschüler hatten gleich zwei Football-Caps mitgebracht. Keine leichte Wahl für den Chemnitzer Oberbürgermeister, der mit amerikanischem Football eher wenig Berührungspunkte hat. Für Schmunzeln sorgte schließlich seine Entscheidung: Er griff ausgerechnet zur Kappe der rivalisierenden Mannschaft von Austauschschüler Aaxyom Stengrim.
Zwischen Fußball, Gesprächen im Rathaus und dem Alltag in der Schule sind in den vergangenen Tagen viele neue Begegnungen entstanden. Auch wenn der Aufenthalt der Jugendlichen in Deutschland bald endet, dürften die Eindrücke aus Chemnitz noch lange in Erinnerung bleiben.