Chemnitz- Wenn Kunst nicht nur an den Wänden hängt, sondern auch Karrieren trägt – dann steckt die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen dahinter. Mit ihren jährlichen Ankäufen sorgt sie dafür, dass Künstlerinnen und Künstler im Freistaat sichtbar bleiben, gefördert werden und ihr Publikum erreichen. In diesem Jahr trifft diese Unterstützung auf die Strahlkraft von Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas. Das Ergebnis: eine Ausstellung, die mehr ist als nur Kunstschau – sie ist ein Statement für sächsische Kreativität, Vielfalt und Identität.
Es sind ganz besondere Kunstwerke, die ab 31. August im Museum Gunzenhauser den geneigten Besuchern präsentiert werden. Denn es handelt sich um ausgewählte Arbeiten sächsischer Künstlerinnen und Künstler. Besonders ist auch der Besitzer der Werke. Denn die unter dem Titel WIN WIN gezeigten Gemälde, Skulpturen und Installationen gehören dem Freistaat Sachsen. Seit 2005 erwirbt die sächsische Kulturstiftung jedes Jahr zeitgenössische bildende Kunst von heimischen Künstlern. Dabei geht es vor allem darum, diese zu fördern und auch finanziell zu unterstützen. Dass die Schau dieses Jahr in Chemnitz präsentiert wird, hat natürlich mit dem schmückenden Titel Kulturhauptstadt zu tun. Aus Sicht von Prof. Dr. Manuel Frey, Stiftungsdirektor der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, handelt es sich dabei um das Prinzip Geben und Nehmen. Man wolle die Kulturhauptstadt unterstützen und natürlich nehme man das Schlaglicht, das durch den Titel auf Chemnitz liegt, gern mit. Auch Robin Kötzle hat in diesem Jahr vom Kunstankauf des Freistaates profitiert. Kunst sei oft unterfinanziert, schon von daher mache das Prinzip Sinn. Außerdem stütze man damit auch gesellschaftliche Kommunikation.
Der Kunstankauf in diesem Jahr fand in geringerem Umfang als in den Vorjahren statt. Die langen Haushaltsverhandlungen haben auch im Kunstbetrieb Spuren hinterlassen. Dadurch standen weniger Gelder zur Verfügung, die außerdem hart erkämpft werden mussten. Für Anja Richter, Leiterin des Museum Gunzenhauser, ein diskutabler Punkt. Denn der Kulturbetrieb leiste vor allem auch Bildungsarbeit, die nur nicht so offensichtlich sei und an der dann eben gespart würde. Unter den Beteiligten geht man davon aus, dass sich die finanzielle Lage 2026 ein wenig entspannt und so wieder mehr Geld für Ankäufe zur Verfügung steht. Und das, was in diesem Jahr mit kleinerem Budget auf den Weg gebracht wurde, kann sich trotz der Umstände sehen lassen. Die Ausstellung zeigt die Vielfältigkeit des sächsischen Kunstbetriebes – gelebtes „So geht sächsisch“. Die Schau ist für Besucher Dienstag sowie Donnerstag bis Sonntag zugänglich und noch bis 26. Oktober im Museum Gunzenhauser zu besichtigen.