Di., 30.06.2026 , 16:54 Uhr

Die durch eine Schließung verursachten Probleme würden nicht an den Grenzen von Zwickau haltmachen.

VW in der Krise - Sorge um Sachsens Schlüsselindustrie

Sachsen- Die Autoindustrie ist das wirtschaftliche Rückgrat Sachsens. Entsprechend groß ist die Sorge über die aktuellen Gerüchte um eine mögliche Werksschließung bei VW. Das Thema bestimmte am Dienstag auch die Kabinettspressekonferenz. 

VW in der Krise. Nach Gerüchten um eine mögliche Schließung des Werks in Zwickau wird immer deutlicher, welche Auswirkungen ein Rückzug des Automobilkonzerns auf den Freistaat hätte. Nachdem Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter am Montag persönlich im Werk zugegen war, spielte das Thema auch in der Kabinettspressekonferenz eine tragende Rolle. Regina Kraushaar, Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung, erklärte, dass die durch eine Schließung verursachten Probleme nicht an den Grenzen von Zwickau haltmachen würden. Außerdem machte Kraushaar deutlich, dass man sich in der Region breiter aufstellen müsse. Die Fixierung auf den Autobau sei, wie die aktuelle Lage zeige, ein ernstes Problem.

Politisch soll in Sachsen mit dem Masterplan Region Chemnitz-Südwestsachsen gegengesteuert werden. So wurde eine Einzelfallförderung in Höhe von 150.000 Euro für ein simul⁺-Modellprojekt in Südwestsachsen bewilligt. Die Westsächsische Hochschule Zwickau und die Duale Hochschule Sachsen – Studienakademie Plauen sollen im Rahmen des geförderten Projekts erproben, wie kleine und mittlere Unternehmen Daten und Künstliche Intelligenz (KI) besser nutzen können.

Das Thema VW soll auch an anderer Stelle noch eine Rolle spielen. Im Rahmen der Wirtschaftsministerkonferenz in Konstanz will Wirtschaftsminister Dirk Panter einen bundesweiten Auto-Gipfel fordern und ein Konzept zur Stärkung des Industriestandorts Deutschland verlangen. Vor allem die Diskussion um die Zukunft des VW-Werks in Zwickau-Mosel bereitet der Staatsregierung Sorgen. Panter warnt, dass Hunderttausende Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette unter Druck stünden. Die Debatte über Standorte wie Zwickau müsse ein Weckruf für die Politik sein.