Beim Besuch von Volkswagen-Chef Oliver Blume in Zwickau haben Beschäftigte des Autobauers gemeinsam mit Mitarbeitern von Zulieferbetrieben für die Zukunft des Standortes demonstriert. Hintergrund sind die Sparpläne des Konzerns und die offene Frage, wie das Werk über das Jahr 2030 hinaus ausgelastet werden soll. Betriebsrat André Rockstein erwartet deshalb konkrete Aussagen dazu, welche Modelle oder Aufgaben künftig in Zwickau angesiedelt werden. Das Werk beschäftigt derzeit rund 8.000 Menschen und produziert seit 2020 ausschließlich Elektrofahrzeuge. Wegen der gesunkenen Auslastung wird inzwischen nur noch in zwei statt drei Schichten gearbeitet. Im kommenden Jahr soll eine der beiden Fertigungslinien stillgelegt werden.
Von der Entwicklung bei Volkswagen sind auch zahlreiche Zulieferer abhängig. Marcel Kuczyk, Vize-Betriebsratsvorsitzender von Schnellecke Logistics in Glauchau, verwies auf die Folgen für die gesamte Region. Sein Unternehmen arbeite nach eigenen Angaben zu 100 Prozent für Volkswagen und beschäftige rund 600 Mitarbeiter im Werk und im Logistik-Versorgungszentrum. VW-Chef Blume hatte erklärt, innerhalb der kommenden sechs bis zwölf Monate belastbare Perspektiven für die Standorte schaffen zu wollen. Für die Beschäftigten in Zwickau steht dabei vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie ihre Arbeitsplätze langfristig gesichert werden können.