Chemnitz- Der Ton in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst wird rauer. Mit einem landesweiten Warnstreik senden Beschäftigte ein deutliches Signal an Politik und Arbeitgeber – kurz vor der nächsten entscheidenden Verhandlungsrunde.
Rund 700 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben am Dienstag ihren Forderungen in den Tarifverhandlungen mit einem ganztägigen Warnstreik Nachdruck verliehen. Gefordert wird eine Lohnerhöhung von sieben Prozent oder monatlich mindestens 300 Euro mehr. Man wisse zwar, dass das Einkommen im öffentlichen Dienst in der Regel über dem sächsischen Medianlohn liege. Doch die Preissteigerungen der vergangenen Jahre würden sich auch dort bemerkbar machen – der finanzielle Verlust durch die Inflation müsse ausgeglichen werden.
Dass die Kassen in den Rathäusern und auch im Landtag relativ leer sind, habe man im Blick. Allerdings liege das eigentliche Problem in der Verteilung der verfügbaren Gelder. An dieser Stelle sei auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer als einer von fünf stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU gefragt.
Auf Nachfrage von Sachsen Fernsehen räumte Burkhard Naumann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft in Sachsen, ein, dass es Lehrern in Sachsen finanziell nicht schlecht gehe. Das liege jedoch auch an Streiks wie diesem. Außerdem sei – wie bereits erwähnt – die Inflation ein ständiger Gast auf dem Kontoauszug. Damit der Lehrerberuf auch finanziell attraktiv bleibe, müsse auf dem Gehaltszettel nachgesteuert werden. Weniger haben in der Kasse haben allerdings auch Länder und Kommunen. Ein Punkt, den viele Streikende nachvollziehen konnten. Allerdings spare man im Bereich Bildung mit Blick auf die Zukunft an der falschen Stelle. Angesichts der steigenden Arbeitsbelastungen und der zunehmenden Bürokratie sei außerdem der aktuell gezahlte Lohn im Pflegesektor nicht der Leistung entsprechend und müsse erhöht werden.
Mit den aktuellen Warnstreiks erhöhen die Gewerkschaften den Druck vor der dritten Verhandlungsrunde am 11. Februar. Ein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber liegt bislang nicht vor. Adressat der Arbeitskampfmaßnahmen ist auch Sachsens Finanzminister Christian Piwarz, der den Freistaat bei den Verhandlungen in Potsdam vertritt.