Di., 29.09.2026 , 16:00 Uhr

Was bleibt nach der Woche der Demenz?

Die Woche der Demenz ist vorbei. Doch für Betroffene und Angehörige bleiben viele Herausforderungen. Was braucht es in Leipzig auch danach?

Die Woche der Demenz ist vorbei. Mehrere Tage lang stand die Erkrankung stärker im öffentlichen Fokus. Es ging um Aufklärung, Unterstützung und darum, Vorurteile abzubauen. Für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen endet das Thema allerdings nicht mit einer Aktionswoche.

Eine Diagnose kann den Alltag einer ganzen Familie verändern. Plötzlich entstehen Fragen, die vorher keine Rolle gespielt haben: Wie geht es weiter? Welche Unterstützung gibt es? Und wie lässt sich der Alltag organisieren?

Orientierung nach der Diagnose

In Leipzig gibt es verschiedene Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige. Eine davon ist das Beratungszentrum Selbstbestimmt Leben. Dort spricht Sandra Wünsche regelmäßig mit Familien, die nach einer Diagnose zunächst Orientierung suchen.

Dabei geht es nicht nur um organisatorische Fragen. Auch Selbstständigkeit und Teilhabe spielen eine wichtige Rolle. Denn Menschen mit Demenz sollen ihren Alltag möglichst lange selbst gestalten und nicht ausschließlich über ihre Erkrankung wahrgenommen werden.

Teilhabe im Alltag

Wie das aussehen kann, zeigt sich beispielsweise bei gemeinsamen Aktivitäten mit Betroffenen und Angehörigen. Solche Begegnungen können Räume schaffen, in denen nicht ständig die Diagnose im Mittelpunkt steht.

Doch ob Teilhabe funktioniert, entscheidet sich nicht nur in Beratungsstellen oder bei speziellen Angeboten. Entscheidend ist auch, wie Menschen mit Demenz im öffentlichen Leben wahrgenommen werden.

Genau darauf will auch die Woche der Demenz aufmerksam machen. In Sachsen wurde die Aktionswoche von der Landesinitiative Demenz ins Leben gerufen. Simone Vierkant, Geschäftsleiterin der Landesinitiative, sieht weiterhin verbreitete Vorstellungen über die Erkrankung als Herausforderung. Menschen mit Demenz seien beispielsweise nicht grundsätzlich alt oder unmittelbar pflegebedürftig.

Was nach der Aktionswoche bleibt

Langfristig geht es deshalb um mehr als einige Tage Aufmerksamkeit. Menschen mit Demenz sollen auch im Restaurant, auf der Straße oder an anderen Orten selbstverständlich dazugehören.

Für Leipzig bleibt damit auch nach der Woche der Demenz die Frage, wie Unterstützung und gesellschaftliche Teilhabe dauerhaft funktionieren können. Orientierung nach der Diagnose, Möglichkeiten für Begegnung und ein selbstverständlicherer Umgang mit Demenz gehören dabei zu den zentralen Punkten.