Di., 03.03.2026 , 17:38 Uhr

Wie "Ziemlich beste Freunde"

Wie Alltagsassistenz Maly Luca dabei hilft, ein selbstbestimmteres Leben zu führen

Zwei Stimmen im Leipziger Frühling. Kein Konzert, kein Publikum – nur Maly Reinke und Luca Elias Schlott auf einer Parkbank.
„Down town… When you're alone and life is making you lonely…“

„Wir sind wie Geschwister“, sagt Luca.

Seit 13 Jahren sitzt der 23-Jährige im Rollstuhl. Wegen einer Muskelerkrankung braucht er im Alltag Unterstützung. Maly ist Alltagsassistenz und non-binär. Maly kocht, übernimmt den Haushalt, hilft beim Anheben der Arme, beim Zähneputzen oder beim Umsetzen in den Rollstuhl. Routinen, die Selbstständigkeit erst möglich machen.

Seit fast fünf Jahren begleitet Maly ihn – damit Luca sich auf sein Studium konzentrieren kann. Er studiert Jura, möchte seine Leistungen anerkennen lassen und mit dem Bachelor of Laws abschließen. Ein Plan B für Sicherheit. Langfristig zieht es ihn in die Musikbranche.

Alltagsassistenz bedeutet für Luca vor allem eins: mehr Selbstbestimmung. Früher kümmerten sich Mutter und Großmutter. Heute organisiert er sein Leben eigenständiger – mit professioneller Unterstützung.

Für Maly ist der Beruf fordernd, körperlich wie emotional. Oft arbeitet Maly 24-Stunden-Dienste. Vieles lernt Maly direkt im Alltag, im engen Austausch mit Luca. Trotz aller Herausforderungen sagt Maly: Es ist der perfekte Job.

Zurück im Park.
Maly hilft Luca aus der Jacke. Dann singen sie wieder.

„Down town…“

Was nach Film klingt, ist Realität.
Ein Alltag, der gemeinsam organisiert wird – und der zeigt, was Selbstbestimmung durch Assistenz bedeuten kann.